Ein Jahr Brisbane und wie alles begann!
Der 25.7.2011 wird mir wohl immer in guter Erinnerung bleiben, da dieser Tag der gleichzeitig schwerste und aufregendste meines Lebens war. Es ging von Frankfurt aus über Singapur nach Brisbane, die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland an der Ostküste Australiens. Daher hieß es: Tschüss Familie und Freunde, hallo fremde Menschen, Kultur und schönes Wetter.
Nach ziemlich genau einem Tag Flug (inklusive 6 Stunden! Aufenthalt in Singapur), betrat ich dann zum ersten Mal australischen Boden und nach einer Stunde Pass – und Gepäckkontrolle (die Australier sind da sehr genau) nahm mich meine Hostmum dann in die Arme und ich fühlte mich direkt willkommen. Die erste „Schwierigkeit“ kam dann im Parkhaus, da ich das mit dem Linksverkehr natürlich erstmal komplett vergaß und an der falschen Seite einsteigen wollte. Das sollte mich dann auch noch einige Tage beschäftigen, da man sich erstmal dran gewöhnen muss, von welcher Seite die Autos kommen, wenn man die Straße überqueren will.
Nach einer ziemlich langen Fahrt durch Brisbane (es war morgens 8 Uhr und Berufsverkehr), kamen wir dann in meinem neuen Heim an und das Haus gefiel mir von Anfang an wirklich gut. Ein schöner Queenslander und das Beste: Ich habe meine eigene kleine Wohnung. Nachdem ich ausgepackt, geduscht und was gegessen hatte hieß es dann: Bankkonto eröffnen, Handykarte kaufen, einkaufen etc. Alles zur Beschäftigung, um mich den Tag über wach zu halten (was wirklich empfehlenswert ist, um den Jetlag zu bekämpfen). Das hatte dann auch wirklich gut funktioniert und so überstand ich den Tag, um abends dann hundemüde ins Bett zu fallen und erst mal 12 Stunden durchzuschlafen.
Am nächsten Tag wurde ich dann direkt eingearbeitet und ab dem ersten Tag war mir klar: Hier fühl ich mich wohl. Zu meiner Gastfamilie gehören die Eltern Michele und Richard, drei Kinder (Lily 6 Jahre, Charlie 4 Jahre, Harry 1 Jahr) und Hund Arty. Drei Kinder klingen nach viel Arbeit, ist es auch, aber ich möchte keins der drei missen und es wird einfach nie langweilig.
Zum Thema Heimweh muss ich sagen… natürlich war es am Anfang schwer für mich knapp 16.000 km von meiner Familie und meinen Freunden entfernt zu wohnen, aber Michele hat alles dafür getan, dass Heimweh gar nicht erst richtig aufkommt. Sobald ich ein wenig traurig war, hat sie sich um mich gekümmert und mir was zu tun gegeben, sodass Heimweh eigentlich nie zum richtigen Problem wurde. Außerdem trägt die Mentalität der Australier sehr dazu bei, dass man sich hier einfach wohl fühlt. Die Menschen behandeln einen, als würde man sie schon jahrelang kennen und alle sind so interessiert und hilfsbereit, wenn man erzählt, dass man aus Deutschland kommt.

Mittlerweile (ich bin jetzt drei Monate hier) ist mein Englisch auch schon deutlich besser geworden, sodass anfängliche Schwierigkeiten mit der Sprache kaum noch auftreten. Vor allem Männer versteht man wirklich sehr schlecht und an die Aussprache der Kids musste ich mich auch erstmal gewöhnen.
Ebenfalls gewöhnungsbedürftig war das Wetter. Als ich Ende Juli ankam war Winter (20 – 25 Grad) und die Menschen hier sind in langen Klamotten und dicken Pullis rum gelaufen. Jetzt, im Frühling sind es teilweise schon über 30 Grad … keine Ahnung wo das noch hinführen soll. Naja, Michele meinte: „ Endlich Frühling und es ist nicht mehr 25 Grad kalt.“ … dazu muss man wohl nicht mehr viel sagen.
Ein weiteres „Problem“ für Europäer sind die schnellen und großen Tiere. Man muss sich schon richtig anstrengen, um Spinnen oder Kakerlaken (die gibt es hier wie Sand am Meer) zu erwischen und die Viecher können schon mal fingerlang werden. Mittlerweile ist das allerdings fast schon zur Normalität geworden und die 3 Flaschen Insektenkiller in meinem Schrank tragen dazu bei, die ekelhaften Tiere zu besiegen.
Im Gespräch m
it anderen Au pairs vor der Reise kam auch immer wieder das Thema Essen auf. Dazu lässt sich sagen: Australier essen 5 (!!) Mal am Tag (breakfast, morning tea, lunch, afternoon tea, dinner. Die Hauptmahlzeit (das Dinner) ist abends, was für mich und viele andere auch ebenfalls eine Umstellung bedeutete. Ansonsten würde ich empfehlen nicht alle Mahlzeiten mit zu essen und ab und zu mal Sport zu treiben. Fast alle haben hier erstmal zugenommen. Körner – oder Schwarzbrot sucht man hier im Supermarkt leider vergebens (da muss man schon viel Glück haben und eine deutsche bzw. europäische Bäckerei finden), aber sonst kann man in Sachen Essen hier ganz beruhigt sein, man wird schon nicht verhungern.
Mit Sydney und Ayers Rock hab ich auch schon zwei größere Reisen unternommen und es war wirklich traumhaft. Das trägt dazu bei, dass die Zeit noch mehr fliegt und ich kann kaum glauben, dass ¼ meines Au pair – Jahres schon rum ist. An alle zukünftigen Australien – Au pairs: Freut euch drauf, es ist wirklich eine tolle Sache!!!
Sabrina aus Brisbane







