Mein Traum
... war es schon immer gewesen, als Au pair nach Amerika zu gehen. Allerdings hatte ich Angst, dass ich keine Familie finde, da ich Allergien habe (Weizen-und Milchallergie) und dachte, es würde unmöglich werden eine Familie zu finden.
Schließlich hatte ich wahnsinniges Glück, da ich nach einigen Interviews eine Familie mit denselben Allergien in meinem Au Pair Room hatte. Es hat alles super gestimmt, sodass wir nach unserem zweiten Skype-Telefonat sofort gematched haben.
Das war Anfang August 2010, und einen Monat später saß ich auch schon im Flugzeug nach New York. Die Woche dort war echt schön, man hat Menschen von der GANZEN Welt kennengelernt, die mit Familie aus den unterschiedlichsten Orten in Amerika gematched haben. Das Training war intensiv und hilfreich. Ich war bis Freitag in der Academy, da ich das „Infant Specialized Program“ gemacht habe, da meine Familie ein Baby erwartet hat.
Einige Tage später ging es dann endlich zur Gastfamilie nach Seattle, Washington. Meine Familie bestand zu dieser Zeit aus 4 Personen: Mutter, Vater, ein fünfjähriger Junge und ein dreijähriges Mädchen. Damit begann mein „American Dream“.
Die ersten Wochen hat mich meine Hostmom unterstützt und mir gezeigt, wie alles funktioniert. Die erste Zeit war wirklich hart, da meine Kleinen an die vorherige Nanny gewöhnt waren und vor allem mein Mädchen eine schwere Zeit mit dem Übergang hatte. Das hat ca. einen Monat gedauert. Ab dann waren wir ein eingespieltes Team und jeder Tag wurde besser und einfacher.
Ich war für das Frühstück und Mittagessen verantwortlich, habe in der Schule mitgeholfen, die Kids zu ihren Nachmittagsaktivitäten gefahren, mit ihnen gespielt, gemalt, gebastelt und viel Zeit mit ihnen draußen im Park verbracht.
Gleich zu Anfang durfte ich das erste Mal Halloween in Amerika erleben. Wir sind mit den Kids von Haus zu Haus gegangen und haben nach Süßigkeiten gefragt. Außerdem waren wir auf einer Party mit vielen „ekligen“ Dingen zu essen.
Aber Halloween heißt nicht nur Spaß für die Kinder.
Nach meiner Arbeitszeit bin ich mit meinen Aupair Freundin verkleidet los und haben mit unseren Freunden Halloween gefeiert.
Bald darauf war dann auch schon Thanksgiving, das wir mit SEHR VIEL essen mit der ganzen Familie gefeiert haben.
Endlich konnte ich sagen, ich habe mich ganz eingelebt und liebe meine Kinder jetzt schon von ganzem Herzen. Ahh.. ich habe nur noch 10 Monate, wo sind die ersten zwei hin?
Meine Freizeit habe ich mit meinen Freunden verbracht.
Wir waren Shoppen, im Kino, haben die Gegend erkundet und einfach nur DVD-Abende mit Pizzaessen gemacht. Mir war es wichtig, Ausgleich zu haben. Meine Arbeit war schön, aber anstrengend, daher war es super, dass ich meine beste Au pair Freundin jeden Abend für ein Stündchen sehen konnte.
Die Freundin meiner Hostmom kam aus Norwegen und war selbst einmal als Au pair in Norwegen. Sie war sehr hilfsbereit und hatte immer ein offenes Ohr für mich. Wie man hört, war es sehr einfach viele Freunde zu finden. Durch die offene Art der Menschen in Amerika hat man sich immer willkommen gefühlt... Und Au pairs sind überall.
Und dann war auch schon Weihnachten, sogar mit Schnee, was eigentlich untypisch für Seattle war. Am Abend des 24. durften die Kids schon ein paar Geschenke aufmachen. Am 25. war der Weihnachtstag, an dem wir erst „ gefeiert“ haben. Es war sehr aufregend. Mehr Geschenke durften geöffnet werden und die Vorbereitungen für das Familienfest starteten.
Es gab Fisch, Salate und Apple Pies zu essen, man war das lecker.
Im Januar 2011 wurde Kind Nummer drei geboren.
Was eine tolle und aufregende Zeit das war.
Mit den großen Kindern haben wir Willkommensplakate gebastelt und das neue Familienmitglied herzlichst willkommen geheißen.
Es war so wunderschön die Kleine aufwachsen zu sehen und alles miterleben zu dürfen: das erste Lächeln, das erste Mal krabbeln...usw. Meine großen Kids sind morgens zur Schule gegangen und Baby-girl und ich hatten „one on one“ time. Diese Zeit haben wir für Spaziergänge und Babyspiele genutzt.
Nachmittags habe ich mit allen dreien gespielt, für sie gekocht, gegebenfalls mit den Größeren gelernt, draußen rumgetollt sowie „playdates“ mit anderen Kindern organisiert.
Es war meistens sehr lustig und spaßig aber auch sehr anstrengend, denn jedes kleine Kind hatte schon seinen eigenen Kopf.
Während des Winters haben meine Kids und ich einen Skikurs belegt, denn „nebenan“ war gleich der Berg Snoqualmie. Und dann ging es auch schon in den Winterurlaub mit Bergen und einem Wasserpark, was uns allen Riesenspaß gemacht hat.
Nach fast einem halben Jahr mit meiner Familie, war es dann endlich Zeit für meine erste Ferienwoche, die ich mit meiner besten Au pair Freundin verbracht habe. Wir waren in San Diego, L.A., Santa Monica, Santa Babara und Las Vegas.
Es war so cool, endlich mal reisen zu können uns so viele verschiedene und wunderschöne Eindrücke gewinnen zu können.
Meine zweite Woche Ferien habe ich gesplittet und zu unterschiedlichen Zeiten genommen. Ein paar Tage habe ich in San Francisco verbracht und ein paar Tage in Vancouver, Kanada.
Bald war es endlich soweit, der Sommer kam. Ich konnte viel Zeit mit meinen Kindern draußen verbringen, am Strand von Lake Washington sowie im Lake Washington und Schwimmbad.
Auch mit meinen Freunden konnte ich nun nach der Arbeit und an Wochenenden am Strand verbringen, wandern gehen und neue Orte bekunden.
Den Sommerurlaub inklusive 4th of July haben wir in San Valley, Idaho mit der ganzen Familie verbracht. Es war sooo heiß und mal eine ganz neue Erfahrung. Am 4th of July haben wir uns eine Parade angeschaut, indem die Amerikaner stolz ihre Flagge getragen haben und mit der Hand auf dem Herz über den Platz gelaufen sind. „ Welcome to America“... Am Abend gab es dann ein riesiges tolles Feuerwerk.
Langsam ging mein Au pair Jahr zu Ende und das komische Gefühl im Bauch los. Wie wird es sein, wenn das neue Au pair kommt? Wie kann ich in den Flieger steigen und meine neue Familie und Freunde zurück lassen? Die Kinder sind mir soooo sehr ans Herzgewachsen, eine Leben ohne sie: UNVORSTELLBAR.
So verging der Sommer ohne Schule und viel Zeit für die verschiedensten Aktivitäten. Zeit für den Zoo, Schwimmbad, Parks, Fahrrad fahren und Geburtstagsparties.
Anfang September kam dann das neue Au pair, das ich einarbeiten musste. Ich muss sagen, es war sehr hart meine Kids zu teilen.
Mitte September war dann die Abschiedsfeier von meiner besten Au pair Freundin und mir bei uns zuhause: mit all unseren Freunden, Nachbarn und Bekannten, die wir lieb gewonnen haben. Es waren so viele Leute da und erst da hat man so richtig gemerkt, was man sich aufgebaut hatte.
Jeder hat ein paar liebe Worte gesagt und viele Tränen wurden vergossen. Ich konnte das Baby nicht aus der Hand geben und aufhören die großen Kids zu umarmen.
Das Abschiedsvideo der Familie mit allen Bilder vom ganzen Jahr haben es noch schwerer gemacht Tschüss zu sagen, aber es hat auch noch einmal das tolle, erfahrungsreiche Jahr reflektiert.
Es war harte Arbeit gewesen und auch nicht immer einfach, GANZ KLAR; Die Verantwortung für 3 Kinder zu haben, 45 Stunden die Woche zu arbeiten und mit Menschen einer anderen Kultur zusammenzuleben ist eine Herausforderung.
Ich kann aber sagen, ich habe alles gegeben und es gut gemeistert. Ich hatte immer Spaß dabei, eine gute Familie, super Kids und tolle Freunde.
Der Abschied war das Härteste und Schlimmste des ganzen Jahres, aber ich konnte gehen, mit einer Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann und mit einer weiteren Familie und neuen Freunden fürs Leben....
Und dann hieß es: auf geht’s 13. Reisemonat wir kommen.
Wir sind zu zweit nach New York gereist und haben die Stadt mit allen Vorzügen noch einmal in Ruhe genießen dürfen.
Es war ein super Abschluss, bei dem wir unser Jahr noch einmal reflektiert haben und mit tollen Erinnerungen abschließen konnten.






