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Von Storytime, Potato-Print und Fingerpaint

Alltag mit einem 18-months-old!

Da war ich nun also, 20 Jahre alt und erlebte das wohl größte Abenteuer meines Lebens. Nach vielen orientierungslosen Highway-Exkursionen, kannte ich mich allmählich gut in der Gegend aus. Den Weg nach Denver Downtown kannte ich wohl im Schlaf. Meinen Gasteltern hatte ich es wohl zu verdanken, denn jede Woche bekam ich eine neue „activity list for Grayson&Nadine“.

au pair usaGrayson war gerade 15 Monate als ich kam, hatte eine fiese Erkältung (der Arme) bei meiner Ankunft und so verbrachten wir die ersten Wochen fast nur zu Hause oder unternahmen lange Spaziergänge in der Sonne. Bei den ersten Anzeichen von Besserung, man merkte es vor allem an seiner zunehmenden Aktivität, machten wir einen Ausflug in die neighborhood library – es war Zeit für Storytime! So viele AuPairs erzählten immer davon, ich wollte es wissen – ist es wirklich so süß und witzig? JA! Grayson loved it! Und fortan wurde es unsere liebste Friday morning activity. Sogar swimming lessons, gymnastics oder doctors appointments mussten genaustens geplant werden, damit wir um Himmels Willen die Storytime nicht verpassen. Es war jedes Mal das niedlichste Schaubild. Kleine Kinder krabbeln durch den ganzen Raum, machen was sie wollen – die einen singen lauthals mit, andere sind schüchtern und andere sitzen einfach nur da und beobachten.

Anfänglich machte ich mir viele Sorgen, ob ich die langen 8 Stunden Tage mit dem kleinen Fratz immer gut rumkriege. Im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte noch viel mehr Zeit gehabt – manchmal zumindest ;)

Bei den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen war ein Ausflug in den Zoo genau das richtige – obwohl ich gestehen muss, dass dieser wahrscheinlich mich erst einmal viel mehr erfreut hat. Vor lauter aufgeregten „loooook, elephants“ und „can you see the monkeys“, dachte Grayson wohl eher, was ein verrücktes AuPair seine Eltern ihm da angelachte hatten.. However, ich hab’s geschafft ihn anzustecken und der Zoo machte es am Ende ebenfalls auf die Top 10.

Rainy days. Hmm oder für Colorado’s Wetterverhältnisse eher snowy days. Ja, auch diese mussten irgendwie vorbei gehen. Zum Glück war das wirklich üble Wetter eher die Ausnahme, sodass diese Tage auch mal sehr willkommen waren. Was haben wir da gemacht? Och, vieles… von Höhlen bauen, Soccer im basement über erste Malversuche und Duplo-Burgen bauen bis hin zu potato print pictures oder schlichtweg gammlige movie-Nachmittage auf dem Sofa.

Natürlich gab es hin und wieder auch Playdates – insbesondere Tone aus Norwegen mit der kleinen Charlotte haben wir geliebt. Nicht nur war Tone my very best friend, auch haben sich little Grayson und sweet Charlotte auf Anhieb in einander verliebt, sodass der Austausch von Snacks und das zippen lassen an der juice box und selbst zärtliche Küsschen quasi die Regel waren. Ach und Playdates kann man auch so herrlich variieren. Ob man sich nun zum second breakfast, oder eher Kaffeeklatsch, bei Starbucks, im Zoo oder auf dem playground um die Ecke. Egal was, alles macht zusammen viel mehr Spaß!

Ebenfalls geliebt haben wir sämtliche Museen. Vor allem das Firefighter museum in Downtown war Grayson’s absoluter Liebling! Nicht nur weil er der typische Junge ist und alles was mit Feuerwehr, Polizei und sonstigem liebt – nein, außerdem haben wir das oft mit einem Lunch mit mommy verbunden, denn Kim’s office war nur ein paar Blocks entfernt. Auch toll war der free mall ride. Was so ein kleines Kind wohl denkt, wenn es das erste Mal Bus fährt? Grandios das mit anzusehen, wie er sich freut und alles beobachtet. Herrlich! Oft sind wir ins children’s museum gefahren. Das ist allerdings nicht so das klassische Museum – eher ein großes buntes Gebäude mit den verschiedensten Playareas für jedes Alter. Gleich neben an übrigens das Denver Aquarium, welches ich auch sehr empfehlen kann. Das Nature&Science museum hat immer tolle exhibits. Einige permanente, die allein es schon wert sind, den Eintrittspreis zu löhnen.

Der Sommer in Colorado ist heiß. Viel Sonne und outside pools wie Sand am Meer… leider gibt es oft nur Zugang für Anwohner, da die Schwimmbäder meist in der neighborhood lagen. Aber man kennt ja soo viele andere AuPairs  ca. 70% der Sommertage sah bei uns gleich aus. Nach dem Frühstück haben wir nicht wie sonst gebadet, sondern uns dick mit Sunblock eingeschmiert und wenn dann auch die Badehose, Snacks und Getränke sowie Handtücher und water toys und floaties gepackt waren, haben wir den Stroller beladen und uns auf den 10-minütigen Marsch Richtung Pool gemacht.

Von einem schönen Erlebnis möchte ich euch berichten und zwar von unserem Trip nach Colorado Springs in den Chayenne Mountain Zoo. Dort haben wir Giraffen gefüttert und sind steile Berge hinauf geklettert (keine Sorge, es sind asphaltierte Wege – nur eben ganz schön steil) um Mountain lions, Schweinchen und andere Tiere zu sehen. Die Anfahrt dauert zwar schon etwas über eine Stunde, aber was ist das in Amerika schon. Wir haben natürlich vormittags erst mal unser Lunchpaket gepackt und eine Decke für’s Picknick war auch mit dabei. Noch kurz bei Tone und Charlotte vorgefahren, ging die Reise gen Süden los. Im Auto haben wir gesungen, getanzt und gelacht – na gut, das hörte sich jetzt einfach schön an. Getanzt haben wir selbstverständlich nicht, mal abgesehen von einem aufgeregten, zappelnden Grayson im Kindersitz. Zu aller erst mussten wir natürlich giraffe food kaufen, mit $1 war man dabei. Anfänglich war das vor allem für unsere Kurzen echt scary, aber einmal überwunden, hätten wir wohl den ganzen Vormittag dort verbringen können ;) Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr so genau, was dort noch für Tiere waren. Die Giraffen waren einfach so faszinierend. Es war ein toller Tag, das Wetter trotz Mitte Oktober bombastisch und auch die vorherige Angst von einem quengelnden Kleinkind blieb unbegründet. Die Rückfahrt war mucksmäuschenstill, denn von der Rücksitzbank hörte man allenfalls ein leises Schnarchen.

Wenn ihr so kleine Würmer zu betreuen habt, sprecht auch mal mit euren Gasteltern, ob ihr vielleicht den wöchentlichen Einkauf übernehmen dürft. Es gibt nichts witzigeres, als mit den riiiiiesigen race car Einkaufswagen durch die Gänge zu schieben. Es kann natürlich auch sehr anstrengend sein, deshalb überlegt es euch gut – Grayson und ich hatten jedenfalls immer eine Menge Spaß! Und meine Gasteltern haben sich gefreut, dass sie eine Besorgung weniger zu machen hatten…

Das war jetzt ein kleiner Einblick in meinen AuPair Alltag… allerdings wirklich nur ein kleiner. Da ich auch noch die 6jährige Katarina betreut habe, gab es natürlich auch mal andere mehr ihres Alters entsprechende activities – dazu werde ich aber einen separaten Bericht schreiben.

Zum Schluss noch mal unsere Top 10 activity-list (diese habe ich übrigens zusammen mit Grayson kurz bevor ich nach Hause fliegen musste für meine Gasteltern erstellt – da war er schon 3 Jahre alt!)

  1. Playing with Charlotte&Tone
  2. Storytime in der Library
  3. Zoo
  4. Playground stuff
  5. Pool (Indoor und Outdoor)
  6. Riding the LightRail Downtown to have Lunch with mommy
  7. Nature&Science Museum
  8. Target
  9. Visiting Daddy’s Shop
  10. Watch movies and eat Popcorn in Nadine’s bed


PS: Auf das letzte hat Grayson bestanden, das war selbstverständlich die Ausnahme und daher für ihn sooo besonders!