Miriam aus Oregon
Au-Pair zu sein war für mich schon lange ein Traum und kurz vor Ostern 2007 bin ich meinem Traum ein ganzes Stück nähergekommen, da habe ich nämlich mit meiner Gastfamilie „gematcht“. Zuerst einmal musste ich aber auf einer Karte nachschauen, wohin es denn eigentlich gehen sollte, denn von Portland, Oregon hatte ich zwar schon mal gehört, aber wo es liegen sollte, wusste ich nicht.

Im Juli 2007 ging es dann endlich los. Ich habe mich riesig gefreut, aber ich glaube meine Familie war wesentlich aufgeregter als ich, als es Zeit war, am Flughafen „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Nach der Orientation in NYC ging es weiter nach Portland, OR. Am Flughafen hat mich meine Gastmutter mit Indy (damals 1 ½ Jahre) abgeholt. Mein Gastvater und River (damals fast 4 Jahre) kamen erst später zurück. Und dann ist River mir auch gleich auf den Schoß gehüpft, hat mir erklärt wie einfach es doch ist, sie ins Bett zu bringen und ob ich das nicht gleich mal machen könnte.
Der schwierigste Tag in der Anfangszeit war für mich wohl mein zweiter Arbeitstag. Der erste Tag verlief super, aber am zweiten hat Indy, sobald seine Eltern außer Sichtweise waren, nur geschrien und geweint. Ich habe da echt gedacht, wenn es so weiter geht, schmeißen meine Gasteltern mich raus. Aber zum Glück wurde es von Tag zu Tag besser und nach ein paar Wochen ging es ganz ohne Tränen und meine Gasteltern fanden das Ganze auch nicht wirklich dramatisch.
Während meiner Au-Pair Zeit habe ich viel unternommen und gesehen. So war ich in Florida, Los Angeles, Las Vegas, San Francisco, Grand Canyon, Seattle und natürlich in ganz vielen verschiedenen Orten in Oregon, welches wirklich ein wunderschöner Bundesstaat ist. Toll war auch der 5-wöchige Urlaub mit meiner Gastfamilie in Arkansas um Verwandte zu besuchen, denn Arkansas im Süden der USA ist noch mal ganz anders als Oregon im Nordwesten.
Ich hatte auch wirklich Glück mit meiner Gastfamilie, wir haben toll zusammengepasst und so habe ich auch viel mit ihnen unternommen als ich „off“ war. Wie waren zusammen im Skiurlaub, haben verschiedene Day-Trips gemacht, waren zusammen für die Kids shoppen, haben zusammen gekocht, sind zusammen ins Gym gegangen oder saßen einfach nur im Wohnzimmer haben über Gott und die Welt erzählt oder die verschiedensten Fernsehshows geschaut. Besonders toll fand ich, dass meine Gastfamilie kurz vor meinem Abflug noch 3 Kurztrips mit mir gemacht hat zu Orten bei denen ich noch nicht war, aber unbedingt gesehen haben muss. Und so ging es ein Wochenende zum Crater Lake (immerhin 5 Stunden Autofahrt entfernt), ein Wochenende nach Seattle und am Tag vor meinem Abflug sind wir noch zum Mt. St. Helens gefahren.
Ich habe mich bei ihnen wirklich wie ein Familienmitglied gefühlt und wurde auch von der extended Family ganz toll aufgenommen. So durfte ich zum Beispiel , als ich nach Vancouver, B.C. (Kanada) musste um dort mein Visum zu erneuern, bei der Schwester meines Gastvater schlafen und sie hat auch gleich noch ein bisschen Touristenführerin gespielt.
Meine Au-Pair Gruppe und unsere LCC waren auch super. Wir hatten ganz tolle Au-Pair Meetings (z.B. Rafting, Portland Underground Tour, Speedboat Tour, Samba Dance Class, ...) und es gab einen tollen Zusammenhalt zwischen den Mädels. Man hatte also auch immer jemanden zum Shoppen, Reisen oder einfach nur Quatschen.
Wenn ich an meine Au-Pair Zeit zurückdenke, habe ich viele tolle Erinnerungen, wie zum Beispiel Lebkuchenhausbacken mit den Kids, Halloween, S´mores, Bekanntschaften aus aller Welt, Ice-Cream von „Coldstone“ (müsst ihr unbedingt probieren!!!), BBQs mit der gesamten Nachbarschaft, das erste „I love you“ von River und Indy und einen Road-Trip durch Oregon mit meiner Au-Pair Freundin. Aber ich glaube der wohl schönste Moment in meiner Au-Pair Zeit war, als ich meiner Gastfamilie Weihnachten gesagt habe, dass ich mit ihnen gerne verlängern möchte und sie sich ganz doll gefreut haben, durchs Wohnzimmer gehüpft sind und meinten: „That´s the best Christmas gift!“.
Im August 2009 hieß es dann Abschied nehmen und das ist mir schon sehr schwer gefallen. Von meinen Gasteltern habe ich zum Abschied einen Gutschein für einen Flug in die USA bekommen, welchen ich nächsten Sommer einlösen werde und bis dahin bleiben wir per Facebook, Skype, E-Mail und Briefen regelmäßig in Kontakt.
Ich kann sagen, dass ich in den USA die wohl beste Zeit in meinem Leben hatte und kann nur jedem empfehlen dieses Abenteuer zu wagen.







