Ein Jahr USA: Gastfamilienwechsel von Cindy
Während ich noch am Lernen für mein Abitur war, habe ich mich bei AYUSA beworben, weil ich den Plan gesponnen hatte, für ein Jahr als Au pair in die USA zu gehen. Ich habe sehr schnell eine Gastfamilie in Washington D.C. gefunden und konnte meine Ausreise in die USA zwei Monate nach dem Abiball nicht abwarten.
Anfang September ging es dann endlich los. Während der „Orientation“ in New Jersey schwebte ich, wie all die anderen Au pairs, die von überall auf der Welt herkamen, wie auf Wolke 7. Für uns alle war es so unfassbar tatsächlich in dem unglaublichen Amerika zu sein, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Für mich war es das erste Mal in diesem Land und auch das erste Mal so weit weg von meiner Familie.
Erst als ich nach der Orientation in meine Gastfamilie kam wurde mir bewusst, dass ich meine Familie nun wirklich für eine sehr lange Zeit nicht mehr sehen werde und ich nun die Verantwortung für drei Kinder haben werde. Meine Ankunft in der Familie war sehr herzlich. Die Kinder haben mich sofort durch das Haus geführt und wollten natürlich gleich anfangen mit mir zu spielen. Bis dahin war ich noch dabei alles Neue in mich aufzunehmen und hatte noch keine Gelegenheit an Zuhause zu denken.
Die ersten Wochen in der Gastfamilie waren sehr hart für mich, weil ich so starkes Heimweh hatte und das Verhältnis zu meinen Gasteltern nicht das Beste war. Sie waren zwar nett zu mir und haben mir geholfen, wenn ich Hilfe brauchte. Jedoch haben wir nach einer Weile nur noch über E-Mail kommuniziert, weil es für sie einfacher erschien, da sie schließlich viel arbeiteten. Ich habe nach etwa zwei Wochen in der Familie meinen Collegekurs begonnen, in dem ich viele andere Au pairs kennen gelernt habe. Durch das erste Cluster-Meeting habe ich alle Au pairs kennen gelernt, die bei mir in der Nähe wohnten. Mit manchen habe ich mich so gut angefreundet, sodass wir sehr viel miteinander unternommen haben und auch jetzt noch, nachdem die Au pair-Zeit vorbei ist, immer Kontakt haben.
Das Verhältnis zu meinen Gasteltern hat sich leider verschlechtert mit der Zeit, sodass ich beschlossen habe, die Familie zu wechseln.
Anfang Januar kam ich in meine neue Gastfamilie in Memphis, Tennessee, wo ich mit zwei süßen Mädchen, deren Eltern, drei Katzen und Hunde zusammenlebte. Da die Gasteltern in der zweiten Familie eine eigene Tierarztpraxis hatten, hatten sie natürlich ein großes Herz für Tiere. Auch in Memphis habe ich sehr schnell Anschluss gefunden bei den Au pairs. Es gab dort zwar sehr viel weniger Au pairs als in Virginia, aber trotzdem habe ich mich mit manchen zusammengetan und auch tolle Amerikanerinnen kennengelernt, mit denen ich meine Freizeit verbracht habe. Meine Gasteltern haben mir sehr geholfen mich in der Familie und in der Stadt zu integrieren. Sie halfen mir, mich im Fitnessstudio anzumelden und haben mir viel über die Stadt erzählt, wo man am Besten einkauft, was tolle Attraktionen sind und wohin ich am Besten mit den Kindern gehen könnte.
Die Verwandtschaft meiner Gastfamilie lebte auch in Memphis, also haben sie sich alle sehr oft gesehen und fast jeden Sonntag miteinander verbracht, wo ich sehr oft dabei war. Ich habe mich mit der ganzen Verwandtschaft einfach super verstanden, sie waren wahnsinnig interessiert an mir, meiner Familie und Deutschland und haben mich in die Familie
aufgenommen als wäre ich wirklich ein Teil von ihnen. Ich durfte jedes Mal mit, wenn meine Gastfamilie zum Essen ausgegangen ist. Ich war auch im jährlichen Familienurlaub am Golf von Mexiko in Florida dabei. Auch als meine Mutter und Schwester geplant haben mich für zwei Wochen im Sommer zu besuchen, war meine Gastfamilie sehr offen und haben mir angeboten, dass sie bei uns im Haus wohnen könnten.
Während deren Besuch habe ich meine „Arbeit“ mit den Kindern einfach mit all den Attraktionen verbunden, die Memphis zu bieten hat, was super bei den Kindern und auch bei meinem Besuch ankam.
Da man ja ein Wochenende im Monat und zehn Wochentage frei bekommt während des Jahres, habe ich diese Zeit für Reisen genutzt. Ich war für jeweils etwa drei Tage in Philadelphia, Baltimore, Chicago, bei den Niagarafällen, Nashville, New Orleans, Miami und San Francisco. Jedes mal hatte ich ein oder zwei meiner Au pair Freundinnen dabei.
Diese Städtereisen waren viele einzelne Höhepunkte während des Jahres, über die ich sehr froh bin und immer noch schwärmend zurückblicke.
Als es dann schon dem Ende zuging im September, war ich natürlich sehr glücklich bald wieder bei meiner Familie sein zu können, vermisste dann aber schon meine neu gewonnenen Freunde, die Gastfamilie und deren Verwandtschaft und natürlich das monatliche Reisen.







