Liebes Ayusa-Team,
ein dickes Dankeschön an das gesamte Team, mit eurer Unterstützung verbringe ich derzeit das schönste Jahr meines Lebens. Es ist wunderbar und ich möchte diese Erfahrung und vor allem meine Gastfamilie nie missen, denn das sie sind das Beste, was mir passieren konnte! Es ist wirklich unglaublich, so ein festes Familienmitglied zu sein. Danke, danke, danke!!!
Nun ist Weihnachten vorüber – fix vergingen die Adventszeit und das Weihnachtsfest. Schnell sind die Amerikaner beim Abschmücken auf jeden Fall, ich denke, die vielen Lichter verbrauchen in den vier Wochen auch ganz schön viel Strom – aber es ist traumhaft schön, die dekorierten Häuser bei Dämmerung anzuschauen, oftmals haben wir (ein paar Au Pairs) uns einfach in das Auto gesetzt und sind durch verschiedene Nachbarschaften gefahren, um uns die weihnachtlich verzierten Häuser anzuschauen. Aber nicht nur die Häuser sind geschmückt, sondern vielerorts werden Ohrringe, Anstecker, Pullover etc getragen, die zum Motto Weihnachten passen. Da geben die Läden ganz schön viel her. Auch die Auswahl Weihnachtsgrüße an meine Familie und Freunde in Deutschland zu verschicken war riesig groß, ich konnte mich nicht entscheiden, welche Karte denn ich nun letztendlich nehmen soll.
Ein riesiger Kulturschock ist Weihnachten in den Vereinigten Staaten nicht, war zumindest bei mir nicht der Fall. Auch wenn es ein wenig schade ist, dass der Konsum hier an erster Stelle steht, wo doch Weihnachten eigentlich das Fest der Liebe und der Familie ist – wie ich es zumindest in meiner deutschen Familie die vergangenen Jahre immer wieder erlebt habe.
Aber ein wenig deutsche Weihnachtsbäckereiduft habe ich in unsere Küche gebracht, denn neben den typischen Gingerbread Cookies und Chocolate Chip Cookies für Santa gab es Vanillekipferl, Kokosmakronen und Butterplätzchen (niemals so süß wie die Sugar Cookies – pfui). Gemeinsame Fernsehabende mit Weihnachtsfilmen wie „Kevin home alone“, „Elf“ oder „Santa Claus“ und Apple Cider oder Russian Tea schmückten die Vorweihnachtszeit genauso wie ein Besuch im Theater des Stückes „The Best Christmas Pageant Ever“ (gelungenes Stück; das Buch zu lesen, lohnt sich) oder Bastelnachmittage für Weihnachtsbaumornamente (der Tannenbaum wird übrigens schon nach Thanksgiving aufgestellt). Neben diesen angenehmen Tagen gab es auch stressige, denn Weihnachtsgeschenke mussten her, Ideenreichtum war gefragt und auch Geduld sollte nicht zu wenig vorhanden sein. Ich habe es ganz gut auf die Reihe bekommen, an einem Tag in unglaublichen sechs Stunden Weihnachts-Shopping-Power hatte ich für meine Gastfamilie und für unser Au Pair Meeting alles zusammen und auch am selben Abend war alles fertig verpackt. Unser Au Pair Meeting war in dem Haus unserer Betreuerin Amy, erst mal waren alle 15 Au Pairs da (wenn es Geschenke gibt!!!) und es sollte jeder etwas Typisches aus seinem Land mitbringen, bevor wir ein Wichtelspiel um die Geschenke spielten.
Nach diesem Ereignis waren es nur noch wenige Tage bis Christmas Eve ... voller Aufregung blickten „Kinder“ und ich dem Tag entgegen und versuchten durch das Öffnen der Adventskalendertüren die Tage schneller vergehen zu lassen. Denn ich habe mich hingesetzt und für jeden „meiner“ drei Kinder (Caroline, 3 – Kathryn, 5 – Elizabeth, 6) eine Adventskalender gebastelt. Am Heiligabend machten wir uns 4 p.m. (amerikanischer Zeit natürlich) auf zu den Eltern meiner Hostmum, wo die ersten Geschenke wie auch ein leckeres Dinner auf uns warteten. Anstatt dem deutschen Kartoffelsalat und den Wiener Würstchen gab es Country Steak mit Kartoffelbrei, Bohnen und wahlweise Sweet Potato Casserole (typisch Southern) oder Brokkoliauflauf und als Nachtisch warteten leckere Apfeltaschen auf uns. Die Geschenke wurden schon vorher geöffnet... jede Menge Spielsachen und Kleidung fuer die Kinder und Bücher fier meine Gasteltern und Gastgroßeltern. Ich bekam auch eine wahnsinnig tolle Perlenkette mit passenden hängenden Perlenohrringen dazu.
Doch das allergrößte Geschenk, das mich zu Tränen rührte, war das Geschenk meiner Gastfamilie … ein Armband mit sechs Anhängern, drei davon waren dünne Silberplättchen in Form von Köpfen, auf denen die Namen „meiner“ drei Kinder eingraviert sind und die weiteren drei sind die Freiheitsstatue für NY, ein Auto für Detroit und eine Karte North Carolinas (in den Orten, wo ich schon gewesen bin). Ich war auch schon in Boston, aber da konnte meine Hostmum anscheinend keinen Anhänger finden, worüber sie traurig war. Aber das Geschenk war und ist einfach überwältigend und ich bin noch immer sprachlos. Nach alter Tradition der Kindheit meiner Hostmum Cindy fuhren wir anschließend durch die Straßen – im Schritttempo - und bestaunten die Weihnachtslichter und stellten überraschenderweise fest, dass Downtown an den Straßenrändern mit Teelichtern geschmückt wurde. Da meine Gastfamilie nicht kirchlich ist, ging es dann direkt nach Hause und für die Kinder ins Bett, denn umso eher man ins Bett geht, umso eher ist Christmas Morning. Für mich war wahrscheinlich die Nacht viel unruhiger als für die Kinder, nach 5 am wachte ich halbstündlich auf und wartete darauf, dass die Kinder endlich aufwachen, um endlich im Pyjama die Treppen herunter zu stürmen und die Stockings zu entlüften.
Erst 7.30 am war es dann so weit. War das lustig, wie die Kids ihre Geschenke aufgerissen haben und vor allem ihren Marshmallow Shooter bestaunt haben – das war köstlich. Ich hatte auch meine eigene mit meinem Namen bestickte Socke am Kamin hängen und neben süßen und lieben Kleinigkeiten war doch tatsächlich noch ein weiterer Anhänger für mein Armband darin UND nun dürft ihr raten, was es war – natürlich hatte mich Cindy ausgetrickst und doch noch die Faneuil Hall als Symbol Bostons ergattert. Einfach klasse! Zur Mittagszeit kam noch ein Teil der Familie zum Essen vorbei... es gab lecker, aber leider müde machenden Truthahn, grüne Bohnen, Reis, Corn Pudding, selbstgemachtes Mac and Cheese, Cheesecake und Pecan Pie! Weihnachtszeit ist auch hier die Zeit des Essens! Natürlich gab es auch dann nochmal Geschenke, und die Kinder kamen keinesfalls zu kurz. Letztendlich haben wir nun einen riesigen Berg voller Spiele, Bastelarbeiten, Puzzle, DVD’s, Puppen und Kleidung – unfassbar und eben auch übertrieben. Nun wird mir aber erst mal in nächster Zeit beim Ausprobieren aller Spiele nicht so schnell langweilig werden.
Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes Weihnachtsfest und freut euch nun schon auf den Jahreswechsel, den ihr mit euren Liebsten verbringen werdet. Wünsch euch ein gesundes, neues Jahr 2010!!!
Eure Mandy






