Mein erster Monat im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Nach aufregenden 4 Tagen in New York City bin ich nun hier in Akron, Ohio schon 5 Wochen und kann es bislang immer noch nicht ganz fassen. Nach einer freudigen Begrüßung am Flughafen wurde dann auch schon meine erste schlimmste Befürchtung wahr – dies zwar nicht auf Grund eines falschen Weiterleitens meiner Koffer nach Timbuktu, sondern wegen eines Stromausfalls.
Wir standen im Dunkeln und draußen ging das große Gewitter los, naja, immerhin war ja mein Flugzeug vor dem Unwetter gelandet. Zu Hause angekommen, haben die Kinder mir dann auch gleich ganz aufgeregt mein neues Heim gezeigt. Ein schönes großes Haus und ein großes Zimmer und schönes Bad ganz für mich allein.
Die Tage bis zum ersten offiziellen Arbeitstag vergingen wie im Flug. Wir waren auf einem German Festival eine Stadt weiter, haben Rundtouren durch die Stadt gemacht, das schöne Wetter am Pool genossen und quasi ausschließlich Pizza gegessen, was meiner Bewusstwerdung, dass ich wirklich hier bin, doch ziemlich auf die Sprünge geholfen hat .
Dann kam mit dem Montag auch mein erster Arbeitstag. Meine 3 neuen ‚Teilzeitkinder’ waren zum Glück von Anfang an total süß und haben mir auch gezeigt, dass sie mich mögen- Puh, diese Sorge war ich also auch schon mal los!
Mein Arbeitstag gestaltet sich wie folgt: Ich fahre mit allen 3 Kids (22 Monate, 4 Jahre und 6 Jahre) morgens zum Pool und bleibe da ungefähr 4 Stunden. Die Kinder haben dann Schwimmunterricht und Tennis. Gegen 1 Uhr fahren wir dann wieder nach Hause ( Eine Meile Fahrt… auch das lässt darauf schließen, dass ich in dem Land gelandet bin, wo sich niemand auf’s Rad springt, geschweige denn zu Fuß läuft ) und dann lege ich die Kleine irgendwann für einen Mittagschlaf hin und beschäftige mich mit den Großen bis es 5 Uhr ist, und ich Feierabend habe. So geht das jetzt schon 5 Wochen und ich bin immer noch superglücklich mit meiner Aufgabe, auch wenn es manchmal echt anstrengend sein kann, 3 Kinder unter einen Hut zu bringen. Meine Gastfamilie ist sehr unternehmungslustig und so kommt es, dass ich bis jetzt keinen Abend nach der Arbeit zu Hause war. Wir waren auf Konzerten, in Parks, Einkaufen, Essen, Museen und Festivals. Es war also immer viel los und das ist ja auch das, warum ich hier bin. In meiner bisherigen Zeit hier habe ich auch schon einige amerikanische Freunde gewonnen mit denen ich öfter abends unterwegs bin und mit denen ich schon eine Tour zum Seehaus unternommen hab, wo wir Wasserski und Tubing gemacht haben. So ein Tag Ablenkung am Sonntag nach 6 Tagen Arbeit tut echt gut.
Und dann war da natürlich noch der 4. Juli - der Tag der Tage. Independence Day. Morgens haben wir alle rot-weiß-blau-angezogen an einer Parade teilgenommen und abends sind wir auf eine riesen Party gegangen. Auch dort war alles unter dem Motto ‚Amerika . Ein riesen Kuchen in Form und Farbe der Flagge, ein Fallschirmspringer mit Amerikaflagge, ein Feuerwerk in den Amerikafarben, Eis in rot, weiß, blau und vieles mehr. Das alles war schon beeindruckend.
Am Sonntag fahren 2 andere deutsche Au pairs aus meiner Gegend und ich in den größten Freizeitpark Amerikas, Cedar Point, und auch das wird hoffentlich ein Riesenerlebnis. Und am 19. August verabschiede ich mich schon wieder für 7 Tage von Akron um zu unserem Beachhouse nach Florida zu fliegen. Ich freue mich schon so sehr.
Auch Autofahren macht hier super viel Spaß, und das nicht zuletzt wegen der Musik ( schon allein die wäre ein Grund für immer hier zu bleiben). An der Ampel will man zwar am Anfang immer noch Auskuppeln, aber das legt sich mit der Zeit.
Alles in allem habe ich hier bisher eine supertolle Zeit, mit vielen neuen Eindrücken, einer superlieben Familie, neuen Freunden, einer Menge Shoppingtrips und supergutem Wetter. Heimweh hatte ich bisher noch nicht so doll, denn hier gibt es so viel Ablenkung, dass dafür im Moment noch gar keine Zeit bleibt und dank des Internets kann man die Lieben zu Hause ja jederzeit kontaktieren. Einen großen negativen Punkt hat dieses Land aber doch an sich und bestätigt in sofern seine Vorurteile – Das Essen. Hier gibt es im Grunde nur Fast-, Junk- und Mirkowellenfood. Und daran gewöhnt man sich nicht innerhalb von 4 Wochen. Deshalb habe ich auch schon Nudelauflauf und frischen Salat auf den Tisch gebracht, das tat gut und auch meiner Gastfamilie hat es super geschmeckt.
Zum Schluss ist zu sagen, dass ich auf jeden Fall sehr froh bin, diesen großen Schritt gewagt zu haben und werde auch die restlichen 11 Monate noch genießen und vor allem viel reisen und erleben!
Carolin aus Ohio






