Next to the Big Apple
Es ist zwar schon fast zwei Jahre her, aber es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, dass ich durch die Straßen von Manhattan gewandert bin und alles für mich neu war.
Ich bin wie so viele nach meinen Abitur 2009 im September in die USA. Natürlich als Au Pair. Ich wollte einfach ein Jahr Pause machen und etwas erleben. Raus aus Deutschland und ab in ein anderes Land.
Da ich neben meinem Abitur schon ehrenamtlich als Schwimmtrainerin gearbeitet habe, war für mich klar, dass ich auch was mit Kindern machen möchte. Also hab ich mich für ein Jahr als Au Pair entschieden und da schon einige meiner Freunde in den USA waren und ständig davon redeten, wollt ich es mit meinen eigenen Augen sehen und erleben. Also schickte ich meine Bewerbung ab und das Abenteuer begann.

Mit meiner Gastfamilie hatte ich einen echten Glücksgriff. Auch wenn es nicht immer so einfach war. Ich durfte auf drei "Kinder" aufpassen, eine High-School-Schülerin im Senior Year und die 11-jährigen Zwillinge (ein Junge und ein Mädchen) und wohnte in Larchmont, Westchester Country im Staat New York. Es hat mich ganze 30 Minuten mit der Bahn gekostet und ich war Grand Central Station inmitten von Manhattan.
Da mein Gastvater oft von zu Hause aus gearbeitet hat, war er auch derjenige der mir alles gezeigt hat. Ich weiß noch wie er mich vom Hotel abgeholt hat. Wir hatten unsere Orientation im Sheraton East Rutherford, New Jersey. Dort gab es eine Rolltreppe die ins Foyer runterging und die jede von uns meistern musste, wenn sie abgeholt wurde. Als ich näher kam, hörte ich ihn aufgeregt einer unsere Betreuerinnen fragen "Is it she?". Mein Herz schlug wie verrückt. Er umarmte mich und es ging Richtung meines neuen Zuhauses im Jeep (sein Heiligtum).
Eine Stunde Auto fahren lag also vor uns und mein Gastvater stellte viele Fragen, die ich erstaunlich gut verstand. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich schon das 8. Au Pair oder so war, also hatte meine Gastfamilie schon genug Erfahrung. Der beste Satz war aber als wir gerade über die George Washington Bridge fuhren: " I must say your English is very good. I remember that our last au pair couldn't speak that good at the beginning." Und dabei hatte ich nur eine 3 in Englisch im Abitur. Also keine Angst vor Sprachproblemen.
Da noch Zeit war bis die Zwillinge aus der Schule
kamen, wurde mir erst der Ort gezeigt und dann das Haus. Da traf ich auch auf ein anderes Familienmitglied, Murphy, der Hund. Den haben wir dann auch gleich Gassi geführt und somit hab ich noch etwas von meiner Nachbarschaft gesehen. Dann war es Zeit die Kinder abzuholen. Meine Aufregung stieg mal wieder. Aber die beiden haben mich begrüßt und waren auch etwas schüchtern, was sich aber schon bald wieder legte. Dann ging es wieder zum Haus und ich konnte endlich meine Sachen auspacken und kurz alles sacken lassen. Zum Abendbrot ging es in ein Diner und die Fragerunde 2 wurde eröffnet. Die Kinder haben mich ausgefragt. Als wir dann wieder daheim waren, kam auch meine Gastmutter nach Hause, und auch die Große kam kurz danach, freudig mich auch endlich kennenzulernen und wieder wurde viel geredet. Dann war es auch Zeit für die Kinder ins Bett zu gehen und auch ich fiel erschöpft in mein neues Bett. Das war also der erste Tag meines neuen Lebens…







