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Work & Travel Kanada Farmstay
Auf ins Ausland mit Ayusa-Intrax!

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Horse Breeding Farm nahe Edson

Mein Name ist Steffi, bin 27 Jahre alt und komme aus Berlin. Ich war 2011 für drei Monate (Juni, Juli und August) auf der Farm und habe somit die schönsten Monate mitgenommen.

Den Traum, einmal im Leben im Ausland gelebt zu haben, das Land von einer anderen Seite aus kennenzulernen, war schon lange da. Dieses Jahr sollte es nun soweit sein und ich habe keine Minute bereut. Vielleicht kurz zu meinem beruflichen Hintergrund: Ich arbeite als Assistentin der Geschäftsführung und arbeite seit meiner Ausbildung im Büro. Nun habe ich mir eine berufliche Auszeit gegönnt, um von dem hektischen Großstadt- und Büroleben eine Pause zu haben und die Batterien wieder aufzuladen. Da die Farm mitten im Nichts ist, gelingt dies ausgezeichnet. Die Ruhe, die man in diesem Land findet, ist einfach unbeschreiblich und man kann mal richtig durchatmen und zurück zu sich finden.

Die Arbeit mit den Tieren ist einfach unbeschreiblich schön. Man tritt morgens aus der Tür und wird gleich fröhlich von den Hunden und Katzen begrüßt. Auch die anderen Tiere freuen sich natürlich auf ihr "Frühstück". Die Arbeit auf der Farm war körperlich absolut in Ordnung. Es gab Tage da wurden leichtere Arbeiten erledigt und dann wieder Tage, wo man dann doch mehr Kraft benötigte. Aber das Tolle ist, wenn man richtig gut körperlich gearbeitet hat - man fühlt sich extrem gut danach.
Ich liebte den Duft von frisch geschlagenen Bäumen, wenn wir mal wieder einen Zaun reparieren mussten und dafür einen Baum gefällt haben.

Weiterhin habe ich die Arbeit mit den Pferden sehr genossen. Tiere geben einem so viel Liebe und Zuneigung zurück und wenn man dann den sichtbaren Erfolg hat, ist das einfach für einen selbst überwältigend - zumal ich vorher keine bzw. wenig Erfahrung im Umgang mit Pferden hatten. War also auch wieder eine neue Herausforderung für mich.

Hier ein kleiner Einblick, was ich auf der Farm erlebt habe:
Um 9 Uhr hieß es raus auf die Farm und die Tiere versorgen. Hunde und Hühner wurden gefüttert, die Pferde wurden mit Heu und frischem Wasser versorgt. An drei Tagen in der Woche gab meine Gastmutter Reitunterricht. Hierzu holten wir die Schulpferde vom Feld, diese wurden dann gestriegelt und gesattelt. Darüber hinaus assistierten wir beim Reitunterricht, indem wir die Pferde durch die Reitarena führten, wenn die Reiter Balance-Übungen machten. An einem Tag war auch mal eine Kindergartengruppe da, die wir betreut haben und über die Farm führten.

Zwischendurch haben wir immer wieder mit den Pferden "gespielt" - im Englischen: Horseplay. Das war dazu da, um eine Beziehung zwischen Mensch und Pferd aufzubauen. Meine Gastmutter trainierte die Pferde nach Natural Horsemanship.

Natürlich sind auch noch andere Aufgaben auf einer Farm zu erledigen. Da heißt es z. B. Zäune reparieren - gerade dann, wenn ein Pferd auf einem Teil Weide ist, wo es eigentlich gar nicht hingehört. Wir haben an den Zäunen entlang kleinere Bäume gefällt, damit der Zaun bei einem Sturm nicht zerstört wird und alle Äste und Zweige auf einen Haufen gesammelt.
Wir haben die Sättel geölt, das Chicken House gereinigt und als kleine Babyenten auf die Welt kamen, uns auch um diese gekümmert.

Also es war immer was los auf der Farm und Pläne wurden auch mal schnell über den Haufen geworfen, wenn etwas Unerwartetes geschah. Grundsätzlich hat man aber auch genügend Zeit für sich selbst. Um Mails zu checken, nach Hause zu telefonieren oder einfach mal nur Zeit für sich zu haben, die Füße hoch zu legen, das Gesicht in die Sonne zu halten - was auch immer. Donnerstags ging es immer in die Stadt. Da gings zur Post, zur Bank und zum Lebensmittel einkaufen.

Wenn die Zeit und das Wetter es zuließen, haben wir sehr oft Ausritte in den nahegelegenen Wald unternommen. Das war auch immer ein Erlebnis. Es ging direkt durch und über Bäume drüber, einfach toll. Und man konnte wunderbar die Stille des Waldes genießen.

Unsere Gastmutter hat uns auch ab und an was von der Umgebung gezeigt. Stille, unberührte Plätze, die in keinem Touristenführer zu finden sind. Mit dem Sohn und seiner Familie durften wir einen Tag im Jasper Nationalpark verbringen und haben mit ihnen auch die ein oder andere Quad-Tour unternommen. Einfach spannend! Ein wenig Wildlife konnten wir auch sehen: Vom Wolf, der uns bei einem Ausritt nah auf den Fersen war, bis hin zu einem Schwarzbär, zu Hirschen und Rehen. Ein Cougar soll sich auch in unmittelbarer Nähe zum Haus aufgehalten haben - den bekamen wir jedoch nicht zu Gesicht.

Kanada ist einfach ein Land, das muss man gesehen haben. Die Weite, die umwerfende Natur, die Menschen - einfach alles ist sehenswert und vieles fühlt sich gleich vertraut hat.

Ich hatte auch keinen Moment der Einsamkeit. Ich wurde von meiner Gastfamilie sehr lieb aufgenommen, auch von Freunden und anderen Familienmitgliedern wurde man sofort integriert und hat sich nicht ausgeschlossen gefühlt. Im Grunde hat man eine zweite Familie gewonnen. Der Kontakt bleibt und ich weiß, wenn es für mich noch mal nach Kanada geht - und das wird es definitiv - einen Besuch bei meiner Gastfamilie steht in jedem Falle auf dem Plan!

Für all diejenigen, die noch unentschlossen sind - und ehrlich gesagt, ich war es auch - kann ich nur sagen, macht es! Diese Erfahrungen und Eindrücke kann euch keiner mehr nehmen!