Der Kulturschock… andere Sitten, anderes Leben
Aug. 28, 2010
Hola mis amigos!
¿Como andas? ¿Todo Bien? Hoffe ich doch! Also, wie der Titel von diesem Bericht schon andeutet, werde ich heute nicht nur von einer typischen Woche hier in Argentinien berichten. Naja ein paar Worte will ich schon noch sagen! Aber das “Hauptthema” wird mal der Kulturschock sein und wie anders das Leben hier ist.
Da kann man, glaube ich, nämlich schon einiges sagen. Und ganz unwichtig ist das ja auch nicht. Immerhin bin ich ja nicht im zweiten Deutschland, zwar bin ich auf demselben Universum, sogar auf demselben Planeten, aber doch bin ich auf einem anderen Kontinent und fast 10,000 km von zu Hause entfernt.
Da ist es dann doch schon recht anders und man kann auch sagen, manchmal etwas erschreckend. Aber ich will es mal nicht so negativ klingen lassen, denn immerhin hat es nur Vorteile auch mal einen anderen Teil der Welt zu sehen, denn vorstellen kann man sich so etwas nie richtig, wenn man es nicht selbst erlebt hat. […]
Natürlich sind die Leute hier echt anders. Sie sind spontan, lässig, immer bereit zum Spaßen und offener als die Leute in Deutschland. All das ist vielleicht gar nicht schlecht, aber wenn gesagt wird, dass wir zu Freunden gehen und uns fertig machen sollen, dann aber 10 Minuten später gesagt wird, dass doch nichts draus wird, kann man sich nicht darauf verlassen, das man dann doch geht. Es ist also doch schon anders. In Deutschland weiß man 2 Tage zuvor schon das man sich um 16.00 Uhr oder so trifft und hier wird die spontane Entscheidung um 21 Uhr getroffen. Egal ob die Kinder am nächsten Tag Schule haben oder nicht. An dieses Verhalten musste ich mich am Anfang erst gewöhnen und es hat mich schon ein bisschen genervt. In Deutschland wird ja so gut wie alles geplant, und ich werde hier in pure Spontaneität geschmissen. Langsam gewöhne ich mich aber schon daran.
Schule ist auch echt was anderes. Am Anfang der Stunde wird respektvoll aufgestanden, aber vom höflichen Handheben oder vom leisen Reden kann man nur träumen […]An die Lautstärke in jeder Stunde musste ich mich auch erst gewöhnen. Meistens reden alle durcheinander, da verstehe ich erst gar nichts. Aber gut, auch daran habe mich schon gewöhnt. Aber die Angewohnheit die Hand zu heben, habe ich immer noch behalten. Ich muss die Lehrer aber auch immer 3-5-mal rufen, damit sie mich hören und sehen, dass ich mich melde. Manchmal ist es auch so, dass meine Klassenkameraden, die neben mir sitzen, für mich den Lehrer rufen, weil er mich einfach nicht hört oder sieht. Mittagspause ist auch anders. Man kann wählen ob man das Essen der Schule isst oder sein eigenes Essen mitbringt. Das Essen von zu Hause ist dann aber auch wirklich eine warme Mahlzeit weil wir ca. 12 Mikrowellen haben, wo man die Brotdose mit Essen reinstellt. Man sollte sich auch beeilen um zur Cafeteria kommen, weil echt viele ihr Essen erwärmen und es meistens zu Gedrängel und Rangeleien kommt… hatte auch schon einen kleinen blauen Fleck!
Essen an sich ist hier auch anders. Gerade wurde ich gefragt, was wir zu Abend essen. Es wird Pizza bestellt. Nur so nebenbei, gestern haben wir bei McDonalds bestellt. Ja, wirklich! Bei McDonalds kann man bestellen und es wird nach Hause geliefert; oder auch in die Schule. Ich habe schon oft erlebt, dass sich Schüler McDonalds Burger, Pommes, Cola und anderes bestellt haben, und dies in der Pause gegessen haben. Tja, schon cool! Wenn man aber mal nicht bestellt, gibt es Fleisch. Ich glaube, die einzige Speise ohne Fleisch, die ich gegessen habe war Nudelsuppe und eine Spinat-Pie (weiß nicht wie man das auf Deutsch sagt). Natürlich sind es nicht immer Milanesas (so wie bei uns Schnitzel, nur dünner) oder richtige Steaks. Meistens ist es Gehacktes oder einfach nur so wie in einer Bolognese Soße. Oder Asado, dann gibt es mehrere Fleischsorten. Auch wenn immer gesagt wird, in Argentinien wird SEHR VIEL Fleisch gegessen, kann ich nur sagen; Sie essen zwar mehr Fleisch als in Deutschland, aber auch nur in Maßen. Und es ist ja nicht so, dass nur Fleisch gegessen wird! […]
So, über die Religion wollte ich auch noch ein paar Wort verlieren. Ich glaube, hier ist jede Familie gläubig, aber zur Kirche geht nicht jeder. Auf ein Tischgebet oder so etwas wird in meiner Familie zumindest nicht so viel Wert gelegt. Als ich letztes Wochenende bei Freunden war, mussten wir dieses Schulterkreuz machen (wüsste nicht, wie ich das nennen soll). Was ich meine ist, dieses “Im Namen von bla, bla und bla. Amen.” Ich wusste nicht, wie ich das mache und habe einfach mit der Hand rumgewedelt. Coti und Virgi mussten echt lachen. Mir war es ein bisschen peinlich, aber gut… was soll’s?
Ich weiß nicht ganz ob das alles unter die Kategorie Kulturschock fällt, aber zumindest sind das ein paar Unterschiede, die mir aufgefallen sind und mich ein bisschen geschockt haben. Langsam habe ich mich aber an alles gewöhnt und da meine Kamera nun auch da ist, kann ich langsam alles genießen. Ohne Sorgen!
Saludos, besos y abrazos de Argentina!
Fran






