Weihnachten in Argentinien
Heute ist nun Weihnachten, doch ohne meine Familie und in einem fremden Land. Der Morgen und Nachmittag ist eigentlich so abgelaufen, wie an jedem anderen Ferientag. Ich habe mit meinen 2 Gastschwestern ferngesehen und viel geschlafen. Mittags bin ich mit meiner Schwester und dem Hund zum Bäcker gelaufen, weil die Mutter noch etwas für den Nachtisch brauchte und ich habe mit meinen Eltern in Deutschland telefoniert, um frohe Weihnachten zu wünschen. Danach haben wir dann zusammen Mittag gegessen, aber wieder nichts Besonderes und auch ohne meinen Gastvater, da er heute noch arbeiten musste.
Gegen acht Uhr haben wir dann angefangen uns etwas festlicher anzuziehen und als wir Schwestern und mein Gastvater schon fertig waren (meine Gastmutter stand seit dem Morgen immer noch in der Küche), sind wir schon mal in unseren kleinen Hof gegangen und haben eine art Luftballon steigen lassen. Aus buntem Papier und innen ist etwas zum Anzünden, so dass er durch die heiße Luft fliegt. Auch Raketen hat man schon ganz viele am Himmel sehen können, die hier zu jedem festlichem Anlass gekauft werden.
Das Essen an sich, wir haben wie immer erst gegen 22h angefangen, war richtig lecker! Es gab mehrere Gerichte, aber alle kalt, denn hier ist es ja Sommer. Die meisten Gerichte waren mir noch unbekannt, aber alle sehr lecker. Zum Beispiel Kuhzunge oder eine Art Torte, geschichtet aus Pfannkuchen und gefüllt mit diversem Gemüse. Zum Nachtisch gab es Obstsalat, getrocknete Früchte und so was ähnliches wie Stollen.
Hier werden erst um Mitternacht die Geschenke ausgepackt, deshalb wurde dann um 24h feierlich mit Champagner angestoßen. Die Geschenke haben wir dann nach draußen geholt, es gab für jeden eine kleine Tüte mit einem T-Shirt. Ich habe auch noch Kleinigkeiten verteilt und am Schluss habe ich das Paket aufgemacht, was mir meine Eltern aus Deutschland geschickt haben, wo noch mal für jeden etwas Kleines drin war. Insgesamt gab’s nicht so viele Geschenke und die Töchter haben ihren Eltern zum Beispiel auch gar nichts geschenkt, doch ich habe schon zu den Geburtstagen erfahren, dass es hier immer nur ein paar Kleinigkeiten gibt. Und auch zu Weihnachten gibt es nur wenige Weihnachtslieder im Radio und auch auf den Strassen sieht man nur vereinzelt Weihnachtsschmuck. Und dadurch, dass es hier weder kalt ist, noch geschneit hat, haben für mich die Weihnachtsgefühle etwas gefehlt…
Trotzalledem hab ich den Tag sehr gut überstanden und war sehr glücklich, denn ich habe hier inzwischen eine zweite, nette und liebe Familie gefunden!
FROHE WEIHNACHTEN!
Marlene





