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Fünf Monate Pura Vida!

Erklärt man erst mal, dass Costa Rica nicht etwa eine Insel im Atlantik und auch keine Küstenregion in Spanien ist, sind viele begeistert von der Vorstellung, dass ich für fünf Monate mitten im Regenwald lebe. Die meisten denken dabei an kleine Holzhüttchen, abgelegen von jeglicher Zivilisation, die grade mal ans Stromnetz angeschlossen wurde; man isst, was die Natur so hergibt und in die Schule gehen eh nur die wenigsten… aber HALT!

Schüleraustausch Costa RicaWer das denkt, kennt Costa Rica nicht! Obwohl es in Mittelamerika liegt und es dort viele Menschen in Armut lebend gibt, denke ich an recht modernes Großstadtleben, wenn ich an dieses kleine Fleckchen Erde zurückdenke.

Costa Rica ist ein kleines Land, zu vergleichen mit der Schweiz und hat rund  vier Millionen Einwohner. Während es im Osten an der Karibik und Westen am Pazifik liegt, grenzt es an Panama und Nicaragua. Costa Rica  ist kulturell und klimatisch sehr verschieden; man begegnet an der Karibikküste vielen Farbigen, im Rest des Landes sind die Menschen fast ausschließlich weiß. Damit zusammenhängend ist natürlich auch die Kultur: Afros, Rasta und Reggae eher auf der einen Seite und das für uns eher ‚normale’ Leben auf der anderen.

Ich habe in diesem halben Jahr in San Ramón gewohnt, einer StadtSchüleraustausch Costa Rica, die sowohl von der Hauptstadt San José als auch von der Pazifikküste anderthalb Stunden entfernt liegt. Meine Gastfamilie war weder sehr unnormal groß, noch klein, aber ich hatte acht Gastgeschwister, die zwischen sechs und 27 Jahren alt (die durchschnittliche Kinderzahl dort ist übrigens fünf). Anfangs war ich auf einer öffentlichen Schule, habe aber nach einem Monat auf eine Private gewechselt. Grund hierfür war das extrem niedrige Niveau, denn obwohl ich die zehnte Klasse besuchte, lernte ich dort Worte wie „Käse“ auf Englisch und deklinierte Verben in Spanisch, was bei uns der Deutschunterricht ist. Um einiges besser war dort die Privatschule, die man mit dem deutschen Niveau gut vergleichen kann.

Schülerautausch Costa RicaZuerst erschienen mir die Costaricaner („Ticos“) ziemlich normal, fast langweilig, aber wenn man genau hinschaut, unterscheiden sie sich doch sehr von Deutschen. Nicht nur die Tatsache, dass man Spanisch spricht; die Mentalität ist der springende Punkt. Sie sind immer zu einem spontanen Gespräch aufgelegt, selbst beim Einkaufen. Dazu geht man meist in kleine Lädchen („Pulperias“) und plaudert erst mal mit den Verkäufern, was auch dazu beigetragen hat, mein Spanisch zu verbessern. Da ich hellhaarig bin, komme ich automatisch aus dem Ausland (geschätzte 98% der Einwohner haben dunkles Haar) und werde somit nach Herkunft, „Hallo“ auf Deutsch und dem Oktoberfest gefragt. Und das ist nur eine Angewohnheit der Ticos  und ihrer fröhlichen Lebensweise „Pura Vida“.

Schüleraustausch Costa RicaNicht nur in dieser Hinsicht habe ich mich dort pudelwohl gefühlt, auch das Land an sich, hat sehr viel zu bieten. Neben dichtem Regenwald und den unterschiedlichsten Tieren gibt es natürlich auch noch bezaubernde Strände ohne Ende. Da fast alles in wenigen Stunden zu erreichen ist und die guten Busverbindungen auch nicht gerade teuer sind -man zahlt rund 1,30 € für eine Fahrt von zwei Stunden- bin ich viel gereist und ich muss sagen, dass mich nicht ein einziger Strand enttäuscht hat und jede Reise sehr viel Spaß gemacht hat.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich unglaublich positiv auf meinen Austausch zurückblicken kann und es eine wahnsinnig einzigartige Erfahrung war. Den Schritt eines Austauschs in ein exotisches Land wie Costa Rica zu wagen, habe ich keinen Moment bereut und ich würde es jeder Zeit wieder machen, denn es lohnt sich auf jeden Fall. ¡Pura Vida!

Patricia in San Ramón, Costa Rica