Evelyn in Thaon les Vosges
Es ist jetzt schon an die anderthalb Monate her, dass ich aufgeregt am Berliner Flughafen stand und mich auf mein großes Abenteuer freute, das nunmehr beginnen sollte. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, wie viele Fragen ich mir gestellt habe! Diese Phase habe ich nun glücklich überstanden, jetzt fühle ich mich vollkommen integriert, sowohl in der Familie als auch in der Schulklasse. Es hat im Grunde gar nicht lange gedauert...
Aber es stimmt schon, man muss wirklich offen sein und auf die anderen zugehen. Als Ausländerin war ich in der Schule noch nicht einmal eine so große Attraktion, weil es außer mir noch fünf andere Austauschschüler gibt, unter anderem vier Deutsche. Aber weil es bei mir am Kürzesten gedauert hat, bis ich in der Sprache drin war, konnte ich mich schneller ins Klassenleben einbringen. Ich wurde von der Schule in Berlin sprachlich gut vorbereitet, wodurch es lediglich 2 Wochen gedauert hat, bis ich alle Verständigungsprobleme beseitigt hatte. Andererseits kenne ich hier aber eine Deutsche, die kaum Französisch konnte und trotzdem sehr gemocht wird, einfach aufgrund ihrer offenen, fröhlichen Art.
Meine Gastfamilie ist wirklich ein Volltreffer, den ich jedem anderen zukünftigen Austauschschüler wünsche. Meine Gastmama kann fantastisch kochen und ist immer für mich da, mein Gastvater ist richtig lustig drauf und deren Sohn Maxime, der genauso alt ist wie ich, hat mir sämtliche französische Schimpfwörter beigebracht...:) Das einzige, von dem ich hier nicht so begeistert bin, ist das Kantinenessen, welches ich an manchen Tagen kaum hinunterwürgen kann. Der Schultag an sich ist überlebbar, obwohl die Schule hier sehr viel länger dauert als in Deutschland. Den Unterricht empfinde ich als leicht, da ich alle Themen in Fächern wie Mathe, Biologie oder Physik bereits in meiner deutschen Schule hatte. Ich bin froh, in der Sektion "L" zu sein, weil sie hier enorm viel Französischunterricht haben und ich somit am schnellsten mit der geschriebenen Sprache konfrontiert werde.
Die Betreuung vor Ort, bei mir Christiane, ist auch sehr lieb. Gleich bei meiner Ankunft hat sie sich telefonisch bei meinen Gasteltern gemeldet. Ich kann also allen kommenden Austauschschülern, die mit Frankreich liebäugeln, die Daumen drücken, dass ihr Jahr bei ihnen genauso schön anfängt wie meins. Ansonsten: Ich freu mich schon auf Weihnachten, dann kommt hier nämlich die ganze Familie zum großen Essen zusammen.
Pour l´instant je vous souhaite alors des bonnes vacances de Toussaints, amicales pensées de Thaon les Vosges,
Evelyn





