Liebes AYUSA-Team,
ich möchte mich noch einmal bei euch bedanken!!!! Es ist das beste Jahr meines Lebens bisher hier in Japan!!!! Es macht echt Spaß, also, vielen, vielen Dank für die Vorbereitungen und die Tipps, die ihr uns allen ATS gegeben habt.
Außerdem möchte ich auch noch den neuen ATS, die nächstes Jahr ihr großes Abenteuer starten, mal sagen, wie es mir bisher hier in Japan ergangen ist, vllt ein paar Tipps geben und vllt noch die letzten Bedenken ausräumen.
Also, es ist ja jetzt schon Anfang April, das bedeutet es sind schon 7 Monate vorbei und es kommen nur noch 3. Und das ist echt schade!!! Zurzeit möchte ich gar nicht ans Zurückkehren nach Deutschland denken! Am 27.8.09 ging‘s ja für alle ATS, die nach Japan wollten aus Deutschland los ins große Abenteuer. Wir haben uns alle in Paris getroffen und sind im selben Flieger nach Tokyo, Narita, geflogen. Alles verlief auch gut, nur am Ende des Fluges gab es etwas, was uns alle etwas verunsichert hat. Alle Passagiere bekamen nämlich 1 Formular, welches wir ausfüllen mussten (auf Englisch). Die Fragen waren: weshalb willst du nach Japan einreisen? , für wie lange? , wie viel Geld (Yen und andere Währungen) hast du dabei? , wo wirst du wohnen? etc. pp. Wie haben es alle vorsichtshalber ausgefüllt und das war auch gut so. Dieses Formular brauchten wir, um durch den Zoll zu kommen. Am Flughafen wurden wir dann von 2 Mitarbeiterinnen abgeholt, und sind dann zu der Unterkunft gefahren, in der wir die ersten 2 Nächte geschlafen haben. Was uns auf jeden Fall am Anfang erschlagen hat, war die Hitze! Es war richtig warm und erdrückend. Im Hotel haben wir dann die anderen ATS aus den anderen Ländern getroffen, wir haben ne Rundführung bekommen und die Zimmer wurden aufgeteilt. Gott sei Dank gab es in den Zimmern ne Klimaanlage, jedoch konnte man nur auf 20°C einstellen, da sonst der Unterschied Flur/Zimmer zu groß war. Während der Orientierung am nächsten Tag haben wir noch mal alle Punkte durchgenommen, die auch in den Vorbereitungsheften waren, bekamen Hefter mit unserem Area-Coordinator und noch mal letzte Tipps.
Seit dem 29.8. bin ich bei meiner Gastfamilie und es ist echt klasse!!!! Ich wohne in Omihachiman, gleich am Biwa-ko und die Stadt ist nur 30 min entfernt von Kyoto. Aber eigentlich kommt es ja nur darauf an, dass man sich mit seiner Gastfamilie klasse versteht und dann ist der Rest auch nur Nebensache. Ich hab hier 4 Gastgeschwister und das ist erst mal ne Umstellung gewesen. In meiner Familie in Deutschland sind wir nur zu 4, und hier sind wir 7 Leute und ein Hund. Aber dadurch wird es nie langweilig, jeden Tag passiert irgendetwas und es ist einfach toll!!!
Tja, und die Schule?? Natürlich Schuluniform. Aber eins muss ich dazu sagen: es ist überhaupt nicht schlimm sie zu tragen. 1.: Man hat das tägliche Problem nicht, sich überlegen zu müssen, was man anziehen möchte, und 2.: alle tragen die Uniform. Am Anfang hab ich erst mal nicht wirklich was im Unterricht verstanden, aber bei den anderen ATS war es genauso am Anfang und man lernt irgendwie jeden Tag etwas dazu. Und alleine war ich irgendwie nie so wirklich. Wurde gleich am ersten Tag im eine Gruppe integriert und alle waren auch voll nett zu mir. Ende November sollte ich dann schon eine Rede auf einem „Open Campus“ halten, auf Japanisch. Natürlich haben mir meine Japanischlehrer dabei geholfen, sie zu schreiben. Aber es war doch schon ne große Herausforderung vor vllt 100-150 fremden Leuten eine 5-min-Rede zu halten, in einer Sprache, die man noch nicht so wirklich beherrscht. Aber gerade bei solchen Herausforderungen lernt man sehr viel. Zum einen Mut, Selbstvertrauen, man ist auf sich voll Stolz, wenn man es geschafft hat und natürlich zum Anderen: Vokabeln und Satzkonstruktionen, da man die Rede oder was auch immer, sehr oft übt und dann merkt man sich einfach bestimmte Sachen.
In meiner Klasse sind wir 32 mit mir gewesen (ab April fängt ja n neues Schuljahr an und deshalb werden die Klassen gemischt und ich komm in eine neue Klasse rein), aber es ist ganz anderes, als in Deutschland. Bei mir war‘s so, dass keiner dazwischen gerufen hat, der Lehrer hat nur geredet und an die Tafel geschrieben, keine Diskussionen etc. pp. Außerdem, wenn einige eingeschlafen sind, war das überhaupt nicht so schlimm, wie es in Deutschland wäre. Aber es kann sich ja noch ändern (von anderen hab ich gehört, dass ihre Klasse alles andere ist, als leise Ach, noch etwas, es heißt ja: kein Schmuck und Make-up. Wenn einige Mädels in meiner Klasse und Jahrgang sich nicht die Augen geschminkt haben, dann hab ich Halluzinationen!!!! Und Ohrringe, Ketten, Ringe und anderes wird hinterm Vorhang angelegt, wenn der Lehrer nicht hinschaut. Also, die japanische Schule ist doch nicht so streng, wie man sich das vllt vorstellt.
Tja, und sonst so? Die japanische Kultur ist einfach toll!!!! War im Oktober mit meiner Gastschwester und ihrer Freundin in Kyoto, hab nen Kimono angezogen und Tempel besucht, war in Osaka, Weihnachten in Japan ist auch voll interessant (ganz anders, man merkt nicht wirklich, dass Weihnachten stattfindet) und Geburtstage werden auch anders gefeiert. Außerdem war ich mit meinen Gastschwestern im Februar Ski laufen, zur gleichen Zeit war noch Schule, aber es ist hier in Ordnung, wenn ATS für ein paar Tage etwas anderes unternehmen, wenn sie alles mit den Lehrern absprechen, und im März eislaufen.
Ich hoffe, ich konnte euch zeigen, dass Japan echt interessant ist und dass sich ein Auslandsjahr echt lohnt. Und ich hoffe, ich konnte euch bei eurer Entscheidung (wenn sie noch nicht gefallen ist) helfen und wünsch euch bei eurem Auslandsjahr in Japan (oder wohin es auch immer gehen mag) sehr viel Spaß, nette Leute und viele tolle Erfahrungen (ich schreib zum Beispiel jeden Tag seit dem 28.8.09 Tagebuch, damit ich keinen Tag vergesse, würde ich euch auch raten, oder etwas ähnliches. Man erlebt sehr, sehr viel und vergisst doch leider sehr viel wieder)
Sayonara
Mara aus Omihachiman, Japan





