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Filiz über das Kurzprogramm 2009
 

Dass Japan das Land der aufgehenden Sonne ist, bemerkte ich schon am ersten Morgen, denn es war schon so gegen 4 Uhr hell. Aber fangen wir von vorne an, dort wo mein Abenteuer begann und mich auch heute nicht mehr loslässt.



Ich flog von Berlin nach Paris, wo ich Simon, der aus Frankfurt kam, traf. Leider hatte das Flugzeug nach Japan um fast 3 Std. Verspätung, so hatten wir genügend Zeit uns zu unterhalten und besser kennen zu lernen. Schon am Flughafen fiel auf, dass wir anscheinend einer der sehr wenigen nicht-asiatischen Menschen waren.

Endlich im Flugzeug, da gab es dann viele spannende Filme, Musik und leckeres japanisches Essen.

Jaja, und meine Eltern meinten schon vorher, ich würde in Japan nichts Richtiges zu Essen bekommen. Da haben sie sich wohl gewaltig geirrt, denn auch die nächste Zeit würde ich soviel abwechslungsreiche Speisen zu mir nehmen (vieles undefinierbar von Aussehen und Geschmack, manches gewöhnungsbedürftig, aber alles sehr gut und FRISCH).

Nach ungefähr 12 Stunden Flug ohne Schlaf, wegen zu großer Aufregung, landeten wir dann in Japan (Narita Airport). Wo uns dann eine einstündige Busfahrt (hab das Disneyland und den Tokyo-Tower gesehen!! Juhu!) bevorstand und das Einführungstreffen in Tokyo, von dem ich aber nur die Hälfte mit bekam, da meine Augen einfach nicht auf bleiben wollten. Ich freute mich riesig auf den Futon im Hotel und die wunderbare Klimaanlage, welche man einfach per Fernbedienung ein- und ausschalten kann.

Am nächsten Tag fuhr ich dann das erste Mal mit der Bahn, schon allein die Bahn-Pässe waren beeindruckend. Diese konnte man nämlich einfach in der Geldbörse lassen und dann den Pass samt Geldbörse über den Scanner ziehen, alles supermodern. Ich war froh eine leere Bahn erwischt zu haben, aber ich sollte schon während der nächsten Tage die Normalität mit überfüllten Zügen in Tokyo kennen lernen.

Ich war sehr aufgeregt, als ich meine Gastschwester und meine Gastmutter am Bahnhof in Saitama-Shi das erste Mal traf. Diese waren jedoch auf Anhieb sehr nett zu mir, somit entschied ich mich dann auch dafür, ein Zimmer mit meiner Gastschwester zu teilen. Meine Gastmutter sieht so jung aus, auch auf den Fotos mussten meine Familie und ich in Deutschland überlegen, wer denn wohl die Mutter sein könnte. Generell sehen die Leute in Japan viel jünger aus und haben auch eine höhere Lebenserwartung.

An diesem Abend sollte ich auch gleich in den Genuss der japanischen Küche kommen (meine Gastmutter kochte jeden Abend). In Japan haben wir immer so gegen 8 Uhr abends gegessen, mittags wird meistens die Bento-Box in der Schule geleert, welche auch sehr schmackhaft gefüllt ist. Die Bento-Boxen sind total niedlich, jedenfalls die meisten. Und eigentlich ist wirklich alles SÜß, was sich als das Lieblingswort japanischer Mädchen herausstellte. Viele fanden sogar ekelhafte Käfer süß! Naja…

Jetzt kommen wir mal zum Shoppen! Ich glaube, das wird in Japan als eine Art

(fast-)tägliches Hobby ausgeführt. Die meisten Supermärkte sind durchgehend geöffnet und viel Shopping-Malls konnte man sogar bis um 23 Uhr aufsuchen. So kam es dann dazu, dass ich nach dem Abendessen mitten in der Woche shoppen gegangen bin! Hat natürlich total Spaß gemacht, denn die Japaner haben einen ziemlich guten Modegeschmack. Das merkte man besonders in den Stadtteilen Shibuya und Harajuku in Tokyo, wo man viele Jugendliche und Schnäppchen finden konnte. Diese beiden Orte wurden schon nach dem ersten Mal zu meinen Lieblingsplätzen.  Was sofort in den (oder auch vor den) Geschäften auffällt sind die Verkäufer, welche die Kunden mit „Irasshaimase“ begrüßen. Es ist ein reinstes Stimmenwirrwarr, welches man am besten ignorieren sollte, sonst bekommt man noch Rückenprobleme wegen des vielen Verbeugens. Es ist sowieso unüblich (jedenfalls in diesen Gegenden mit vielen Kunden und vielen Teenagern) die Verkäufer zu begrüßen oder diese zu verabschieden.

Was mich auch sofort fasziniert hat, waren die Fotoautomaten, wenn man es denn so nennen kann, Purikura. Dort stellt man sich hinein, macht witzige Bildchen, verziert diese später, lässt sie sich ausdrucken und auf das Handy schicken, als letztes kann man die Mini-Fotos dann irgendwo hinkleben. Und das alles für knapp 3 Euro!! Das hat so doll Spaß gemacht!

Jetzt sag ich noch kurz was zu den Schuluniformen! Wir durften, zum Beispiel, die Röcke nicht zu kurz tragen und die Bluse musste im Rock stecken. Die meisten Mädels hielten sich jedoch nicht wirklich daran und krempelten die Röcke ziemlich hoch. Vor der Schule gab es manchmal sogenannte Uniform-Kontrollen, da wurde man dann darauf hingewiesen. Auch nicht erlaubt waren lange Fingernägel und jegliche Art von Piercings. Jedenfalls war es auf meiner Schule (Mädchenschule!) so, ich denke, das variiert von Schule zu Schule.

Ansonsten habe ich auch noch mehrere Schreine und Tempel, welche in leuchtenden Orangetönen gestrichen sind,  mit meiner Gastmutter und meiner älteren Gastschwester besucht, was auch sehr interessant war.


Die letzten Tage vor meiner Heimreise waren sehr schwer für mich, ich hatte dauernd das Gefühl weinen zu müssen und am letzten Schultag musste ich dann wirklich heulen. Das hielt dann auch noch weitere vier Tage an. Natürlich hoffe ich, dass ich wieder nach Japan zurückkehren kann und dort meine Freunde und meine Gastfamilie wieder treffen kann, aber da muss ich wohl noch mindestens ein Jahr lang warten. Bis dahin werde ich fleißig Japanisch lernen und an die schönste Zeit meines Lebens denken!