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Schüleraustausch Kanada
Achtung: Bewerbungsfristen im Mai!

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Heyho!

Ich habe keine Ahnung, wie und warum die Zeit so schnell vergeht, andererseits kann ich dadurch nun ausführlich berichten.

Als das Flugzeug in Toronto gelandet war, hatte ich schon ein etwas mulmiges Gefühl und wusste nicht so recht, ob ich mich freuen oder Deutschland hinterher trauern sollte. Als dann auch noch mein Koffer auf sich warten ließ und gefühlt als Letzter auf’s Band rollte, hätte ich am liebsten den nächsten Flieger zurück bestiegen. In der Empfangshalle habe ich dann alle meine Fluchtpläne über den Haufen geworfen, denn meine Gastmutter stand dort mit einem Schild „Welcome to Canada, Julia“. Am Auto wartete mein Gastvater und hievte meinen Koffer (stolze 28 Kg) in den Kofferraum.

In meinem neuen Zuhause angekommen, habe ich erstmal ausgepackt, meine Gastschwestern Amber (6) und Hailey (8) und die Tiere Hollie (Hund), Misty und Mickey (Katze und Kater) und Rosie (Hamster) kennengelernt. Bei aller Familienharmonie gibt es ein Problem: der Hund versucht ständig, die Katzen zu fressen und die Katzen hatten mittlerweile schon dreimal den Hamster im Maul… Immerhin kam dadurch bis jetzt nie Langeweile auf.

Für die ersten drei Wochen wohnte noch eine Spanierin hier, sie war ganz nett, sehr gut mit ihr kommunizieren konnte man jedoch nicht unbedingt. Bei Witzen hat sie erst immer später angefangen zu lachen usw.

Nach dem Ankunftswochenende begann dann auch direkt die Schule für mich. Jeden Morgen um 7:23 Uhr kommt ein alter, gelber Schulbus, der ungefähr so viel Beinfreiheit bietet wie ein Dixiklo für einen 2,50-Meter-Mann. Meine High School heißt „Eastview Secondary School“. Wir sind die „Wildcats“ Jund überall an den Schulwänden sind Zeichnungen von Tigern usw. angebracht. Ein besonders großer Wert wird hier auf „School Spirit“ gelegt, das heißt der Zusammenhalt unter den Schülern und die Unterstützung der Sportteams unserer Schule sind allen sehr wichtig.

Jeden Morgen um 7:45 Uhr startet das Schulradio. Bis 7:55 Uhr werden aktuelle oder alte Songs gespielt, danach erfolgt der Schulgong und alle Schüler begeben sich in ihre Klassen. Um 8:00 Uhr wird die kanadische Nationalhymne eingespielt, die Schüler werden dazu gebeten, sich von ihren Plätzen zu erheben („Please stand for the play  of our National Anthem“). Direkt danach folgen die „Morning Announcements“, Durchsagen von den neuesten Sportergebnissen bis hin zu Ankündigungen von Projekten oder besonderen Events.

An meinem ersten Schultag habe ich einen Planer für das gesamte Jahr bekommen. Zu meinem Erstaunen fand ich darin keine Herbstferien… Zu meinem großen Entsetzen war das kein Druckfehler, sondern die bittere Realität.

Ich habe die Fächer Englisch, Geschichte, Französisch und Vocals (so ähnlich wie das deutsche Fach Musik) gewählt. Ich habe alle Fächer jeden Tag in der gleichen Reihenfolge. Anfangs dachte ich „Ob das nicht irgendwann langweilig wird?!“, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viel besser ist, als elf Fächer über die Woche verteilt zu haben. Der Unterricht ist intensiver, sodass man die Inhalte schneller lernt. Meine Lehrer sind klasse, alle nehmen sehr viel Rücksicht und auch die Schüler bemühen sich, mich zu integrieren. Wir haben immer sehr viel Spaß zusammen!

Meine Gastfamilie hat mich ermutigt, dem örtlichen Fußballverein beizutreten. Dort spiele ich nun jeden Donnerstag in einer Liga bestehend aus vier Mädels-Teams.

Was gibt’s sonst noch so Interessantes?!

-       Es hat bereits geschneit. Am 21.10. fiel der erste Schnee, und wie!!! Dicke Flocken, 5 cm an einem Nachmittag. Leider war alles einen Tag später mittags schon wieder geschmolzen…

-       Thanksgiving war bombastisch! Haben einen Truthahn gegessen, selbstgemachte Pumpkin Pie (Kürbiskuchen) und Apple Pie (gedeckter Apfelkuchen).erfahrungsbericht kanada julia foto

-       Haben das Haus und den Garten schon für Halloween geschmückt. Der Hund frisst jeden Tag mindestens einen der Plastikkürbisse – der Staubsauger läuft auf Hochtouren!

-       Bin Feuer und Flamme für Hockey. Besonders die Toronto Maple Leafs haben mein Herz für sich gewonnen.

-       Hatten einen „Coffeehouse Music“-Abend in der Schulbibliothek. Schüler haben Songs von bekannten Sängern, aus Musicals oder selbst geschriebene Stücke vorgetragen.

-       Der „Rememberance Day“ hat mich sehr bewegt. In der ersten Stunde hatten wir eine Zusammenkunft, um der Soldaten zu gedenken. Viele bewegende Videos wurden gezeigt und es war sogar ein ehemaliger Soldat anwesend, der den 2. Weltkrieg aus seiner Sichtweise geschildert hat.

Liebe Grüße aus Kanada

Julia