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Schüleraustausch Spanien
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Annika nimmt Abschied von Spanien

Abschied....

Mir bleiben nur noch ein paar Tage, bis ich wieder zurück nach Deutschland fliegen muss und ich habe deshalb schon einige sentimentale Stunden mit meinen Freundinnen verbracht. Leise öffne ich die Tür und schließe von innen ab. Im Haus ist bereits alles ruhig und dunkel.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer, blicke ich noch einmal in das Zimmer von meinem 10-jährigen Gastbruder Alejandro, dessen Tür immer offen steht. Er schläft tief und fest. Der Gedanke daran, dass ich meinen kleinen Bruder bald hier zurücklassen muss, macht mich traurig. Als ich die Tür zu meinem Zimmer öffne, sehe ich auf dem Bett einen Luftballon. Auf beide Seiten ist ein weinendes Gesicht aufgemalt: eines trägt meinen Namen, das andere den meines Gastbruders. Daneben steht in ungelenker Handschrift: „Tschüss, Annika, ich werde dich vermissen. Alejandro“, und auf der anderen: „Vergiss niemals deine zweite Heimat und deine zweite Familie.“ Durch diese Überraschung zu Tränen gerührt setze ich mich einen Moment auf mein Bett. Es ist ein trauriges Gefühl, zu wissen, dass ich mich bald von meiner Familie und meinen Freunden verabschieden muss. Aber Alejandro zeigt mir, dass ich nicht von einem Urlaub wieder nach Hause fahre, sondern, dass ich noch eine Heimat und eine Familie habe, zu der ich immer wieder zurückkehren kann. Und obwohl gerade uns beide der Abschied sehr belastet, wissen wir, dass wir uns wiedersehen werden, denn Geschwister hat man ein Leben lang....
 

Erinnerungen


Schüleraustausch SpanienPlötzlich ist man wieder in Deutschland und blickt auf eine wundervolle Zeit zurück, die unglaublich schnell vergangen  und so unendlich reich an Erlebnissen, Begegnungen und neuen Erfahrungen ist, dass es kaum fassbar wirkt. Im Herzen hält man tausend Erinnerungen und man merkt, wie prägend diese Zeit für einen selber und für die Menschen, mit denen man zusammengelebt hat, war.

Ich erinnere mich gerne an die Gespräche mit meinem Gastvater, wenn er abends von der Arbeit gekommen ist und sich in den Sessel mir gegenüber gesetzt hat. Am Anfang konnte man eigentlich weniger von einem Dialog sprechen, da ich fast nach jedem Satz noch einmal nachfragen musste, um zu verstehen, was er mir sagen wollte. Doch daran hat er sich nie gestört und sich jeden Abend aufs Neue wieder mit mir unterhalten. Und fast wie ganz von alleine konnten wir uns irgendwann gegenübersitzen und ohne Probleme über Gott und die Welt reden und sind teilweise vielleicht sogar in „hochphilosophische Sphären“ eingedrungen. So hat sich zwischen uns – wie zu dem Rest meiner Familie auch – ein besonderes Band gebildet, von dem ich weiß, dass es auch über die Entfernung nicht abreißen kann.
Eine ebenso wichtige Erinnerung ist die Zeit von einem Abend im Februar, an dem plötzlich drei Mädels aus meiner Klasse vor meiner Tür standen und mich mit ins spanische Nachtleben nehmen wollten, bis zu dem Tag, als ich mich schließlich sehr tränenreich von meinen besten Freundinnen verabschieden musste. Mit der Zeit war ich von der fremden Deutschen zu einer von ihnen geworden und uns verbinden immer noch eine Menge gemeinsamer Erlebnisse, all die vielen Sachen, die wir voneinander gelernt haben und eine enge Freundschaft.
Und so merkt man schließlich, wenn einen die Gastfamilie und die Freunde anrufen, dass man, obwohl man wieder zu Hause ist, nie wirklich gegangen, sondern von den Menschen, die einen lieb gewonnen haben, weiter im Herzen getragen wird. Und vor allem wird einem klar, dass man in einem anderen Land Spuren hinterlassen hat...und dann weiß man: Mein Weg ins Ausland war der richtige.