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Schüleraustausch Spanien
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Julia in Sanlúcar la Mayor

Ich wollte schon immer in Spanien leben und als ich dann die Möglichkeit sah, für ein halbes Jahr als Austauschschülerin nach Spanien zu gehen, war ich sehr glücklich.


Schüleraustausch SpanienIm vergangenen Sommer habe ich das erste Mal mit AYUSA gesprochen. Dann habe ich alles mit den Papieren organisiert und im Oktober 2006 kam endlich die Nachricht: Es wurde eine Gastfamilie für mich gefunden!!! Die Familie wohnt in Sanlúcar la Mayor, in der Nähe von Sevilla, und besteht aus meiner Gastmutter Isabel, meiner Gastschwester Eva und meinem Gastbruder Sergio. In der Zeit, in der ich dort sein werde, wird auch noch ein anderes Mädchen aus Belgien, Jenny, in meiner Familie wohnen, mit der ich mir ein Zimmer teilen werde. Und natürlich gehören auch die vielen Tiere zu meiner Familie: Hunde, Katzen, ein Pferd, ein Papagei und vieles mehr. Meine Gastfamilie hat einen großen Garten und einen Swimming-Pool!

Am 28.01.07 war es dann endlich so weit: Mein Abenteuer Spanien sollte beginnen. Um 6.15 Uhr morgens bin ich von Bremen aus nach Mallorca geflogen und dann von Mallorca nach Sevilla, wo mich Sergio und Eva abgeholt haben. Ich dachte, dass es schon wärmer wäre und deshalb habe ich in den ersten Tagen doch ziemlich gefrohren...

Der spanische Akzent in Andalusien ist, dass die Leute das Wortende verschlucken, somit hört sich Einzahl und Mehrzahl gleich an. Aber ich bin sehr stolz auf meinen andalusischen Akzent J Und ich bin total glücklich mit meiner Familie. Ich könnte mir keine besser Familie vorstellen! Ich wollte schon immer Geschwister haben, weil ich in Deutschland Einzelkind bin und hier hab ich endlich Geschwister. Immer ist jemand zu Hause und wenn ich das Bedürfnis habe zu redden, hat immer irgendjemand ein offenes Ohr für mich.

Aber es gibt natürlich auch viele Unterschiede zwischen dem Leben hier und dem Leben in Deutschland. Zum Beispiel essen wir mittags erst so gegen 3, wenn wir aus der Schule kommen und abends gegen 9 oder 10 oder noch später, deshalb habe ich hier fast immer Hunger. Meine Schule geht von 8:30 bis 14:50 und eine Schulstunde dauert 60 Minuten. Am Anfang guckt man immer auf die Uhr, weil die Zeit einfach nicht vorbei gehen will. Die Schule gefällt mir nicht sooo sehr, alles ist ein bisschen dreckig und kaputt. Die Lehrer sind nicht besonders streng, und die Schüler müssen sich nicht melden, um etwas zu sagen. Der Unterrichtsstoff wird ziemlich schnell durchgearbeitet, meines Erachtens zu schnell, weil die meisten Schüler es nicht verstehen. Aber das scheint hier scheinbar nicht wichtig zu sein. Englisch und Französisch sind sehr einfach, weil die Spanier in Fremdsprachen ziemlich schlecht sind.

Jetzt ist das Wetter schon viel viel besser und ich hoffe, dass wir bald in den Pool können. Die ganze Woche warte ich aufs Wochenende, denn dann heisst es *F*I*E*S*T*A*. Meistens gehe ich mit Jenny, Sergio und seinen Freunden aus. Die sind alle total lieb. Ich kenne jetzt schon fast das ganze Dorf und in der Post bin ich auch schon bekannt, weil immer so viel Post für "die Deutsche" ankommt.
Noch 111 Tage ab heute, dann geht’s zurück nach Deutschland und das Abenteuer Spanien ist fürs Erste beendet. Aber ich werde auf jeden Fall ganz oft hier her zurückkehren und vielleicht irgendwann für immer hier leben...!