Don‘t dream your life, but live your dream!
Dieses Motto beschreibt mein Austauschjahr in den USA sehr gut. Ich wollte schon immer einmal etwas anderes erleben, zur High School gehen und sehen, ob das, was man in den Filmen sieht, wirklich der Realität entspricht.
Als ich zwei Wochen vor meinem Abflug erfahren habe, dass ich nach Iowa komme, war ich zunächst etwas skeptisch, ob dieses Ziel auch wirklich besagter Traum werden kann. Ist es dort nicht eher langweilig? Viele Farmen und kleine Dörfer, in denen nichts los ist? Mir bewies sich das Gegenteil!
Obwohl ich in ein eher kleines Dorf kam, war dort viel los! Schon alleine meine erste Woche dort war stressig aber schön! Verwandten besuchen, Lagerfeuer machen, AYUSA-Treffen mit anderen Austauschschülern, und …in die Schule gehen. Ich war so aufgeregt, dass ich mich des Öfteren in den Gängen verlaufen, Namen gleich wieder vergessen habe und meine Schließfachkombination fast wieder vergessen hätte. Aber nach ein paar Tagen legte sich das wieder. Meine Gastfamilie, die mich mit offenen Armen empfangen hatte, kümmerte sich sehr lieb um mich und ich hatte sie alle schon sehr bald in mein Herz geschlossen.
Noch ein paar weitere Tage und ich war in das normale Leben in Maquoketa, Iowa, integriert. Durch das Volleyball spielen, das ich dort angefangen habe, lernte ich viele Freunde kennen, und auch in meinen neuen Unterrichtsfächern wie Sociology, Photography und Advanced Biology hatte ich viel Spaß. Ich liebe die High School!
Aber ich glaube die vielen Vorteile des amerikanischen Schulsystems (von einem breiten Fächerspektrum selber wählen, man wechselt Klassenzimmer und jeder Lehrer gibt seinem Klassenzimmer einen eigenen Stil, leichte Tests und wenig lernen, keine Mitarbeitsnoten,…) muss ich nicht genauer erläutern.
Aber auf eine Sache möchte ich gerne genauer eingehen: der Schoolspirit!!! Bei jedem Spiel, egal bei welchem Wetter, sind haufenweise Schüler und Bewohner der Stadt gekommen, um das eigene Team (in meinem Fall die Cardinals) in den Schulfarben (rot-weiß-schwarz) anzufeuern. Die Band spielt und die Cheerleader schreien Cheers. Diese Stimmung lässt sich nur mit der deutschen Fanmeile vergleichen und nicht einmal das. Es ist einfach super und jeder, der spielt, fühlt die Unterstützung und freut sich. Da ich selber sowohl in Volleyball, als auch im Tanzteam, und im Track Team war, fand ich diesen Push sehr gut. Von überall kommen Leute, die einem viel Glück wünschen, oder sich für die tolle Dance Performance bedanken und fragen, wann wir wieder einen Auftritt haben. Sport in den USA machte mir um sehr viel mehr Spaß als in Deutschland.
Ich denke das ist Geschmackssache, aber ich fand dieses Miteinander in der Schule sehr erfrischend. Alles spielt sich in der Schule ab, egal ob Sport, Homecoming, Prom, oder irgendwelche Clubs.
Aber Schule ist natürlich nicht alles. Der 2. Teil, der ja schließlich wichtig ist, ist die Frage, die man sich vor Antritt der Reise stellt: Werde ich mich mit meiner Gastfamilie verstehen?
Wie schon vorhin angedeutet, hatte ich riesiges Glück. Ich hatte eine Familie mit zwei Schwestern (12 und 15 Jahre alt), und ich hatte jede Menge Spaß mit ihnen. Wir sind campen gegangen, haben einen Mississippi-Fahrt gemacht und sind sogar in den Weihnachtsferien nach Florida gefahren! Aber auch einfach nur mit meinen Gastschwestern shoppen zu fahren oder daheim Spiele zu spielen war toll. Und meine Schwestern sind auch so tollpatschig wie ich. Dadurch, dass wir immer alles verschlampt haben, haben wir uns immer gegenseitig Sachen ausgeliehen. So kam es schon manchmal vor, dass wir unsere Sachen im Schrank einer anderen wiedergefunden haben oder mit zwei verschiedenen Socken herumgelaufen sind.
Ich hatte eine super Zeit mit ihnen. Auch meine Freunde waren und sind immer noch total klasse, und ich habe es genossen mit ihnen in das Kino zu gehen, am Lagerfeuer zu sitzen oder zu verschiedenen Veranstaltungen zu fahren.
In diesem einen Jahr gab es für mich so viele schöne, neue und aufregende Sachen zu bestaunen und mitzuerleben, dass ich mich wie in einem Traum fühlte. Nun bin ich wieder in mein deutsches Leben zurückgekehrt und denke mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge an die Zeit in den USA zurück.
Janine




