Rebecca in New Mexico
Auf dem Weg mich selbst zu finden, verschlug es mich in das wunderschöne New Mexico. Und nun heißt es bestimmt: WO LIEGT NEW MEXICO? Tja, bis zum 8.8.2010 wusste ich es auch nicht. New Mexico ist der 5. größte Staat in den USA und liegt zwischen Texas und Arizona und gehört NICHT zu Mexico. Ja, da ist ein Staat zwischen Texas und Arizona und dann ist der auch noch so groß.
Nach 3 wunderschönen Tagen in New York ging es nach Albuquerque, NM. Albuquerque sollte jedem bekannt sein und NEIN, keiner läuft in Albuquerque rum und fängt einfach mal so an mitten auf der Straße zu tanzen und zu singen, wie in einem High School Musical.

Meine Familie holte mich vom Flughafen ab mit einem großen Schild, dass „Welcome to NM, Beccy“ sagte. Ich freute mich super darüber. Es war schon komisch, mit einer fremden Familie mitzugehen, die man so gar nicht kannte und man schließlich jahrelang gepredigt bekommen hat, NIE mit Fremden mitzugehen. Ich, die seit Tagen nicht wirklich geschlafen hatte und sehr froh war, dass ich meine Familie gefunden hatte, stieg also mit einer fremden Familie in ein fremdes Auto und fuhr auf und davon etwas zu essen, wo ich dann den Rest meiner Familie traf. Ich war überwältigt, wie offen und lieb und freundlich meine Familie von Anfang an war.
Meine Familie bestand aus meinen Gasteltern Carmen und Andrew und meinen Geschwistern Briana, Drew und Ryan. Wir haben viel erlebt zusammen und gerade mit meinen kleineren Brüdern verstand ich mich super gut. Drew und ich waren unzertrennlich trotz 5 Jahren Altersunterschied. Wir schauten Gewittern zusammen zu und spielten irgendwelche Spiele, die Jungs so spielen, weil die „total cool“ sind und wir rannten durchs ganze Haus und spielten Fangen zu dritt. Wir drei mussten eine Maus im Haus einfangen und die ganzen Männer im Haus wurden zu Memmen. Wir kochten und backten zusammen, sie erklärten mir Football und Basketball, wir machten zusammen Hausaufgaben und redeten über Probleme und Schule. Ich war wirklich Teil der Familie. Zusammen gingen wir immer auf die Footballspiele der Jungs oder die Volleyballspiele von Bri, wir besuchten die Kürbisfarm in Moriarty und gingen Roller Skating.
Mit der Schule war es am Anfang schwerer rein zu kommen. Dadurch, dass sich meine Familie kurzfristig entschieden hatte, jemanden aufzunehmen und ich so schnell nicht nach NM kam, hatte ich ein wenig Schule verpasst und musste das Gelernte nachholen, um mitzukommen. Solange man in Amerika seine Arbeit macht, hat man keine Probleme in der Schule und so war es auch bei mir. Die Lehrer sind wirklich super freundlich und wie Freunde. Mein Law Lehrer, Mr. Wallace, war ein super witziger Lehrer, der mich in meiner Zeit an Valley High, am meisten beeinflusst hat und mir sehr geholfen hat mit allem, indem er immer ein offenes Ohr hatte. Der School Spirit in Amerika ist der Wahnsinn. Dies durfte ich zu Homecoming feststellen. Homecoming ist eine der Schulpartys und ich habe es geliebt.
Home, das ist New Mexico für mich geworden. Ich kam in ein völlig fremdes Land mit komischen Leuten und es wurde mein zweites Zuhause und ich wurde eine von den komischen Leuten. Ich habe gelernt, mir selbst zu vertrauen und zu kämpfen und das man so alles erreichen kann und wenn einem etwas nicht gefällt, man selbst die Zügel in die Hand nehmen muss und es ändern muss. Ich habe gelernt, dass egal wie oft man auf die Schnauze fällt, man immer wieder aufstehen muss. Ich habe gelernt, Dinge mehr zu schätzen und sie nicht als selbstverständlich zu nehmen. Ich musste mich anpassen und habe gelernt, wie ich mich anpassen kann ohne mich selbst zu verlieren. Ich musste lernen keine Vorurteile zu haben oder zu entwickeln und einfach offen zu sein. Ich habe gelernt selbstständiger zu sein und habe eine Trennung von über einem Jahr ausgehalten. Ich habe neue Ansichten gewonnen und mich weiter entwickelt. Ich hatte Spaß und habe Freundschaften fürs Leben gefunden. Ich habe gelernt, wie man mit Tiefphasen umgeht und sie durchsteht oder verhindert. Ich musste lernen, dass Entscheidungen immer Konsequenzen haben und man diese tragen muss und sich nicht aus Angst davor vor Entscheidungen drücken sollte, man aber auch nicht vorschnell eine Entscheidung treffen sollte. Viele Dinge, die man eigentlich weiß, sind mir einfach viel klarer geworden und haben sich besser in mein Gehirn eingebrannt und sind nun von größerer Bedeutung.
Vor Amerika wollte ich nie wirklich reisen, immer nur bei meinen Pferden sein und vor allem hoffte ich auf ein Wunder, um endlich die Person zu werden, die ich immer sein wollte. Nun kann ich gar nicht oft genug aus meinem Alltag raus und will neue Länder und neue Kulturen kennen lernen und vor allem bin ich zu der Person geworden, die ich immer sein wollte. Ich kann nur jedem raten, sich in das Abenteuer High School Jahr zu stürzen und vor allem das ganze volle Jahr zu nehmen. Man wird es nicht bereuen und es ist die Chance deines Lebens. Das Wiedereingewöhnen nach der Zeit ist nicht leicht, denn nun wird auf die Probe gestellt, ob du das Gelernte auch in dein altes Leben einbringen kannst und viele deiner Freunde werden ein wenig „enttäuscht“ sein, weil du eben nicht mehr zu 100% so bist, wie du vor USA warst. Du hast dich weiterentwickelt und meine Freunde brauchten nur eine kleine Weile und fanden es dann sogar richtig toll, wie ich mich verändert habe. Wirkliche Freunde nehmen dich so wie du bist und unterstützen dich während dieser Zeit und sind für dich da. Ohne die Unterstützung meiner Familie und Freunde, wäre es nie zu einem so tollen Jahr geworden und auch wenn es Sachen gab wie den Familienwechsel oder den Tod meiner Uroma, war das Jahr absolut perfekt.
- It's not about how you want your life to be. It's about what you make out of it!





