Ayusa-Intrax Returnees heute: Au pair Annabelle und Ronald McDonald

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Eine Willkommensparty für das neue Au pair: So wurde Annabelle von ihrer Gastfamilie begrüßt (c) Ayusa-Intrax

Das Au pair Jahr hat Annabelle auf ganz vielfältige Weise geprägt. Ihre Sprachkenntisse haben sich in den USA verbessert und sie hat bei ihrer Gastfamilie ein zweites Zuhause gefunden. So weit so gut. Das hört man oft. In ihrem Blogartikel verrät Annabelle, wie ihr Au pair Jahr sie für ihr Leben beeinflusst hat, was Ronald M Donald damit zu tun hat und was einem „keine Organisation“ bei der Vorbereitung sagt.

“Travel is more than the seeing of sights. It is a change that goes on, deep and permanent, in the ideas of living” – Miriam Beard

Schon in meiner Kindheit wusste ich, dass ich eines Tages in Amerika leben möchte. Denn Amerika, das war etwas Magisches. Und so erfüllte ich mir 2009 meinen Traum und begann mein Abenteuer als Au pair in Fort Mill, South Carolina. Ich war Au pair der wundervollsten Kinder, Lauren und Anders, damals sechs Wochen und zwei Jahre alt. Mit meiner Gastfamilie hatte ich viel Glück und ich hätte mir keine bessere wünschen können. Vom ersten Tag an habe ich mich wie ein Familienmitglied gefühlt. So haben wir selbstverständlich auch Urlaube und Feiertage miteinander verbracht. Ich fühle mich geehrt Au pair in dieser Gastfamilie gewesen zu sein. Ich werde sie immer in meinem Herzen behalten und es vergeht nicht ein Tag, an dem ich nicht an sie denke und sie vermisse.

Was Au pair Organisationen einem nicht erzählen, bevor man sich auf den Weg ins große Abenteuer macht, ist, dass obwohl es schwer ist Deutschland zu Beginn des Jahres zu verlassen, das Zurückkommen tausend mal schwerer ist. Ich weiß, dass fast jedes Au pair mir hier zustimmen wird. Wenn man Deutschland zum ersten Mal verlässt weiß man, dass Familie und Freunde auf einen warten werden, wenn man zurück kommt. Ich weiß, dass ich mich auf meine Familie verlassen kann und sie immer für mich da ist. Ein Jahr weg gewesen zu sein, hat das nicht verändert. Die meisten Freundschaften haben die Distanz überlebt – wahrscheinlich sind sie dadurch nur noch stärker geworden. Denn wahre Freundschaft heißt nicht unzertrennlich zu sein, es heißt getrennt zu sein ohne, dass sich etwas ändert.

Abschiedparty_größer

Der Abschied fiel nicht leicht, war aber schön: Annabelle mit ihrer Gastfamilie bei ihrer Abschiedsparty (c) Ayusa-Intrax

Im Ausland öffneten sich Türen, von denen ich nicht wusste, dass es sie gibt

Heute, viereinhalb Jahre nachdem ich mich erstmals auf den Weg über den großen Teich gemacht habe, sind die Kinder vier und sechs. Ich bin 23 und im dritten Jahr meines Medizinstudiums. Kinderärztin möchte ich werden. Ich bin mir sicher, dass auch mein Au pair Jahr mich beeinflusst hat. Vielleicht werde ich in Amerika praktizieren, vielleicht hier in Deutschland, vielleicht auch ganz woanders. Wer weiß? Denn ein Jahr von zu Hause weg zu leben, öffnet Türen. Oder zeigt einem eher die Türen, die die ganze Zeit schon offen waren. Es lässt einen Möglichkeiten sehen, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt. Im Moment jedenfalls, genieße ich erst einmal das Leben als Medizinstudentin in Deutschland.

Au pair zu sein hat mein Leben auf viele Arten beinflusst. Am offensichtlichsten sind wohl die Sprachkenntnisse. Heutzutage ist ein Großteil der Wissenschaft in Englisch. Für mich ist es kein Problem, Artikel in Fachzeitschriften zu lesen. Ich denke und träume noch sehr oft in Englisch und schreibe sogar diesen Artikel auf Englisch, den ich später ins Deutsche übersetzen muss.

Als Übersetzerin im Ronald McDonald-Haus

Durch einen glücklichen Zufall haben mich meine Englischkenntnisse sogar ins Ronald McDonald Haus gebracht. Das Ronald McDonald Haus ist ein Zuhause auf Zeit für Familien schwer kranker Kinder, während diese im angrenzenden Krankenhaus behandelt werden. Während eines Praktikums in der Kinderklinik bin ich als Übersetzerin mit einer amerikanischen Familie ins Haus gegangen. Ich bin als Übersetzer gekommen und als ehrenamtliche Mitarbeiterin geblieben, da ich mich sofort in diesen Ort der Nähe verliebt habe.

Während meines Jahres habe ich wundervolle Menschen kennengelernt und auch heute noch helfen mir die Erfahrungen, die ich als Au pair machen durfte, neue Kontakte zu knüpfen. Meine Gastfamilie habe ich seit meinem Jahr schon drei Mal besucht und plane gerade den nächsten Besuch nach einem Praktikum in den USA im Sommer. Und ich bin mir sicher, eines Tages werde ich eine Weltreise machen und meine Freunde auf der ganzen Welt besuchen.

Annabelle Wagner