Schüleraustausch Spanien: Weihnachten mit Plastikbäumen

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Weihnachten in Spanien

Zusammen mit ihren Gastschwestern und ihrem Gastschwager sieht sich Lena auf dem Weihnachtsmarkt in Madrid um (c) Lena Blohm

Unsere Austauschschülerin Lena verbringt dieses Jahr ein ganz anderes Weihnachten, als sie es aus Deutschland kennt, denn der Schüleraustausch in Spanien birgt seine Überraschungen. So kommt es, dass Lena völlig neue Weihanchtsbräuche kennenlernt und aus dem Staunen einfach nicht mehr herauskommt. Heute berichtet sie, wie sie die Vorweihnachtszeit in Spanien erlebt, was sie dabei besonders vermisst und warum sie die Geschenke nicht vom Weihnachtsmann und erst Anfang Januar bekommt.Hier ist das totale Weihnachtsfieber ausgebrochen und wir haben schon alle Vorbereitungen getroffen. In Spanien ist Heiligabend und Weihnachten aber gar nicht so wichtig, wie für uns in Deutschland. Die Geschenke bringen nämlich die Heiligen Drei Könige am 06. Januar. Das heißt leider auch für mich zwei Wochen länger auf Geschenke warten. Ich habe zum Glück schon alle Geschenke zusammen, da ich vieles nach Deutschland schicken werde.

Wichtiger als ein echter Tannenbaum: Krippen

Weinachstbericht aus Spanien_Krippe

Wichtiger als jeder Weihnachtsbaum in Spanien: Krippen (c) Lena Blohm

In Spanien gibt es in vielen Häusern einen Weihnachtsbaum, genau wie in Deutschland, aber viele Familien haben unechte Plastikbäume. Wichtiger als der Weihnachtsbaum sind jedoch die Krippen. Fast jede Familie besitzt eine Krippe mit vielen kleinen Figuren und alle Geschäfte verkaufen Tausende von Figürchen und Häuschen für die Krippen. Die Familien sind alle sehr stolz auf ihre eigenes Exemplar. Kurz vor Weihnachten am 22. Dezember, findet hier eine große Weihnachtslotterie statt, bei der halb Spanien mit macht. Der Hauptpreis „el Gordo“ ist auch dementsprechend hoch. Ich habe mir auch ein Los gekauft, ein sogenanntes „décimo“ also zehntel Teil des Hauptloses, das 20 Euro kostet. Am Tag der Losziehung werde ich also wie alle anderen Spanier, die ebenfalls eine Losnummer haben, vor dem Fernseher sitzen und gespannt darauf warten und hoffen, dass die Schüler, die die Nummern singend verkünden, meine Losnummer als Hauptpreis ziehen!

Süßes zum Fest: Mandeln in allen Variationen

Einige ganz spezielle Weihnachtssüßigkeiten in Spanien sind der „Turrón“ und der „Polvorón“ und natürlich das Marzipan aus Toledo. „Turrón“ gibt es in mindestens 20 verschiedenen Sorten. Es gibt ihn weich und hart. Aber der einzig Wahre ist der, der aussieht wie gebrannte Mandeln nur in Form einer Platte. Der „Turrón“ besteht aus einer Masse von Zucker und Ei, die die Mandeln umhüllt. Man muss es einfach probiert haben! Der „Polvorón“ ist wie der Name schon vermuten lässt, eine pulverige Masse aus Mandeln, Butter und Zucker und einem Hauch Zitrone. Man kann die Masse, ohne sie zusammenzudrücken gar nicht essen, weil sie einem sonst total zerbröckelt.

Was ich hier ein wenig vermisse sind die Adventskränze mit Kerzen. Es gibt zwar für die Kinder Adventskalender und meine Gastmutter hat mir auch einen geschenkt, aber die vier Adventssonntage sind kaum bekannt hier.

Madrid: Fischbrötchen auf dem Weihnachtsmarkt

Gestern sind wir nach Madrid gefahren, um die Weihnachtsdeko und den Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor zu sehen, aber von dem Weihnachtsmarkt war ich ein wenig enttäuscht. Es war voller in den Straßen als beim Hamburger Alstervergnügen und da kann man sich schon kaum von der Stelle rühren. Der Markt an sich war sehr klein und zwischen den Ständen, die alle Krippenfiguren und sehr kitschige Mützen verkauft haben, liefen überall Händler rum, die Krimskrams verkaufen wollten. Die Weihnachtsdeko in den Straßen ist aber wirklich sehr, sehr schön zwischen den alten und eleganten Häusern Madrids. Wer große Menschenmassen nicht scheut, sollte Madrid in der Weihnachtszeit besuchen kommen! Eigentlich hatte ich vor, den „Plan Chocolate con Churros“, eine spanische Spezialität, zu essen, aber da es keine gab, habe ich ein belegtes Brötchen mit Calamares gegessen, da das eine besondere Spezialität von Madrid ist. Ich kann nur sagen: Ein Traum!

– Lena –