Schüleraustausch - häufig gestellte Fragen
Viele Fragen rund um das Thema Schüleraustausch werden uns täglich gestellt. Dies ist eine Auswahl der häufigsten Fragen und unsere Antworten darauf. Falls deine Fragen hier nicht beantwortet werden, kannst du uns gerne telefonisch (0800. 22 55 29 87, gebührenfrei) oder per E-Mail kontaktieren. Dann erhältst du die Antwort bestimmt! Wir nehmen deine Anregungen auch gerne auf und erweitern unseren Fragenkatalog für alle zukünftigen Austauschschüler.
1. Organisatorische Fragen
Wann kommt der Vertrag zwischen Ayusa-Intrax und uns zustande?
Aus welchen Gründen lehnt Ayusa-Intrax eine Bewerbung ab?
Wo findet das persönliche Auswahlgespräch statt?
Ist das Auswahlgespräch schwer? Kann ich mich darauf vorbereiten?
Muss meine Familie in Deutschland auch einen Austauschschüler aufnehmen?
Wie erhalte ich mein Visum?
Wie bin ich bei Ayusa-Intrax versichert?
Wie viel Taschengeld brauche ich im Gastland?
Wie ist die Betreuung durch Ayusa-Intrax im Ausland geregelt?
Welche Erwartungen werden andere an mich haben?
2. Fragen zur Gastfamilie
Wie wird meine Gastfamilie gefunden?
Kann ich mir meine Gastfamilie selbst aussuchen?
Was ist ihre Motivation ausgerechnet mich zu nehmen?
Habe ich gleichaltrige Gastgeschwister?
Kann ich mir den Ort aussuchen, wo ich hinkomme?
Wann erfahre ich, welche Familie sich für mich entschieden hat? Welche Informationen bekomme ich über die Familie?
Was sind das überhaupt für Familien?
Was passiert, wenn ich mich mit meiner Gastfamilie nicht verstehe?
3. Fragen zur Schule
Wann ist der beste Zeitpunkt, um eine Zeit lang im Ausland zur Schule zu gehen?
Wie lange sollte der Schüleraustausch sein? 4 Wochen, 3 Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr?
Verliere ich ein Schuljahr in Deutschland, wenn ich ins Ausland gehe oder kann ich überspringen?
Wie lange dauert es in der Regel, bis man keine Sprachprobleme mehr hat?
Kann ich jedes Fach belegen, das mir gefällt? Wie komme ich an meinen Stundenplan?
Bekomme ich ein Abschlusszeugnis / ein Zertifikat über meinen Schulaufenthalt im Ausland?
1. Organisatorische Fragen
Wir arbeiten alle in diesem Gebiet, weil wir den Schüleraustausch wichtig finden und dir die Möglichkeit geben möchten diese Erfahrung zu machen. Also haben wir den Bewerbern gegenüber immer eine positive Einstellung und überlegen es uns gut, bevor wir jemanden ablehnen. Es gibt aber auch Gründe, die es uns verbieten würden einen Bewerber in eines unserer Schüleraustauschprogramme aufzunehmen. Da die einzelenen Länder zum Teil unterschiedliche Anforderungen haben, kann es gut sein, dass du
- Schüler, die nicht wirklich selbst den Wunsch haben Austauschschüler zu werden, sondern sich zu der Entscheidung gedrängt fühlen, haben die Möglichkeit den Auslandsaufenthalt auf die Zeit nach der Schule verschieben.
- Schüler, die ins Ausland möchten, weil sie vor Problemen zu Hause weglaufen, werden im Gastland ganz bestimmt von ihren Problemen eingeholt werden. Hier würden wir auch dringend vor einer Programmteilnahme abraten.
- Medizinische Gründe wie z. B. Selbstverletzungen, Essstörungen und andere lebensbedrohliche Krankheiten. Krankheiten und Behinderungen, die regelmäßige medizinische Versorgung nötig machen, werden im Einzelfall überprüft und entschieden. Zudem können wir in einigen Programmen Schüler mit bestimmten Allergien leider nich aufgenommen werden.
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Schulische Gründe wie z. B. negative Lehrerbeurteilung, sehr schlechte Schulnoten, Gefährdung der Versetzung.
Bitte beachte, dass unsere Programmländer zum Teil unterschiedliche Voraussetzungen haben, was schulische Leistungen, Altersbegrenzungen oder ähnliches betreffen. Am besten du liest dir die jeweiligen Voraussetzungen bei den Informationen zum jeweiligen Land durch.
Mit mehr als 90 Repräsentanten hast du in vielen Städten in Deutschland und in Österreich die Möglichkeit, das Gespräch bei dir und deinen Eltern oder bei sich zu Hause durchzuführen. Schüler aus Berlin und Umgebung kommen zu uns ins Hauptbüro. Die weiteren möglichen Orte sind in der Broschüre und im Online Anmeldeformular aufgelistet.
Wenn du wirklich Austauschschüler werden möchtest, dann möchten wir auch, dass du dein Ziel erreichst. Wir werden bei dem Gespräch sehen, ob deine Vorstellungen zu unserem Programm passen und das Gleiche gilt für dich. Wenn du motiviert, offen und flexibel bist, kann kaum noch etwas schiefgehen. Das Auswahlgespräch ist auf Englisch, aber keine Panik, es ist keine Prüfung! Wir möchten einfach sehen, ob du dich traust Englisch zu sprechen, notfalls mit Hilfe von Händen und Füßen. Das Gespräch ist auch schon unsere Basis, um dich im Gastland Gastfamilien vorstellen zu können. Wir fragen also viel über deine Interessen und Hobbys, dein Leben mit Familie und Freunden, warum du am Programm teilnehmen möchtest. Du siehst schon, es wird nicht so schwer! Deine Eltern können auch gern noch Fragen mit uns besprechen. Aber dir ist es bestimmt lieber, wenn das eigentliche Gespräch auf Englisch (ggf. auf Französisch) nur zu zweit stattfindet, richtig? Beim USA Auswahlgespräch legst du zudem noch einen Englischtest ab.
Deine Familie muss im Gegenzug für dich kein Gastkind aufnehmen. Der Begriff Austausch bezieht sich nicht auf einen gegenseitigen Austausch von zwei Schülern, sondern auf den Austausch von kulturellen Eigenschaften und Lebensweisen, den du im Gastland erfahren wirst. Zusätzlich wird deine Gastfamilie natürlich auch etwas über deinen kulturellen Hintergrund lernen.
ABER: Es macht tatsächlich Spaß und es ist eine Bereicherung Gastfamilie zu sein. Wir suchen jedes Jahr Gastfamilien für Austauschschüler, die nach Deutschland kommen und würden uns über Anfragen von dir und deinen Eltern natürlich freuen.
Jedes außereuropäische Land hat unterschiedliche Visumunterlagen bzw. -auflagen, die erfüllt werden müssen. Wir schicken die nötigen Formulare zur Beantragung des jeweiligen Visums vier bis acht Wochen vor Beginn des Programms an alle unsere Teilnehmer. Keine Sorge, wir haben zu den Formularen ausführliche Ausfüllhilfen für dich erstellt und für den ganzen Prozess bekommst du noch sehr genaue Erklärungen. Innerhalb Europas benötigst du kein Visum.
Alle Ayusa Teilnehmer in außereuropäischen Ländern haben als Teil der Programmkosten eine speziell für den Schüleraustausch zugeschnittene Versicherung. Diese Versicherung funktioniert wie eine Privatversicherung. Arztbesuche und Medikamente müsstest du erst selbst bezahlen, füllst dann ein Schadensformular aus, das du an die Versicherung schickst. Dann erhältst du das Geld zurück. Bei schwereren Erkrankungen und Unfällen übernimmt die Versicherung sofort die Kosten. Falls du in ein Land innerhalb der EU gehen möchtest, solltest du bzw. sollten deine Eltern mit eurer jetzigen Versicherung sprechen, ob der Versicherungsschutz auch dort gilt. Optional kannst du auch bei Ayusa-Intrax eine Versicherung buchen.
Wir können hier nur Erfahrungswerte angeben. Unsere Austauschländer haben unterschiedliche Ausgabeverhalten und das Taschengeld hängt natürlich auch stark vom einzelnen Schüler ab. Auch in Deutschland verfügen Jugendliche ja über ganz unterschiedliche Summen bzw. kommen mit unterschiedlichen Beträgen aus. Generell wirst du dein Taschengeld für schulische Aktivitäten, Ausflüge, Telefonrechnungen, Schulbücher, Hygieneartikel, das Mittagessen in der Schule und einige andere Dinge ausgeben. Unsere Vorschläge für die einzelnen Länder sind (pro Monat):
| ca. 200 € / Monat | ca. 250 € / Monat |
| Ecuador | England |
| Brasilien | Irland |
| Frankreich | Japan |
| Taiwan | Neuseeland |
| Argentinien | Australien |
| Costa Rica | Spanien |
| Indien | USA |
| Kanada | |
| Italien | |
| Dänemark | |
| Finnland | |
| Norwegen | |
| Schweden |
Du wirst vor deiner Abreise neben den Angaben zur Gastfamilie noch weitere Namen und Telefonnummern erhalten: mindestens von deinem örtlichen Betreuer und dem Hauptbüro der Organisation. Die Telefonnummer und E-mail Adresse vom Berliner Büro wirst du bestimmt auch mitnehmen. Wir hören nämlich gern von dir aus dem Ausland! Dein örtlicher Betreuer findet deine Gastfamilie und sichert deinen Schulplatz. In den ersten Wochen nach deiner Ankunft wird er/sie sehen, wie du dich eingelebt habt. Manche Betreuer sind auch schon am Flughafen dabei. Wenn dein Betreuer für mehrere Austauschschüler zuständig ist und ihr nicht zu weit voneinander entfernt wohnt, wird er/sie mit dir während des Jahres Gruppentreffen veranstalten. Auf jeden Fall wird dein Betreuer sich ab und zu bei dir und deiner Gastfamilie melden, um zu hören, wie es dir geht. Wenn du Heimweh oder Gesprächsbedarf hast, musst du aber auch selbst zum Hörer greifen und um ein Treffen bitten. Dein örtlicher Betreuer kann bis zu zwei Autostunden von dir entfernt wohnen. Er/sie arbeitet nicht hauptberuflich für den Austausch, sondern setzt sich ein aus Interesse an jungen Leuten aus aller Welt, aus sozialem Engagement heraus.
Möglichst viel Offenheit, Toleranz und generelle Neugierde auf dein Gastland sind die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches High School Programm. Im klassischen Schüleraustausch werden dir das Leben in einer ausgewählten Gastfamilie, der Besuch einer Schule und ein lokaler Betreuer als Ansprechpartner garantiert. Das sind die Rahmenbedingungen, aus denen du dir ein phantastisches Jahr gestalten kannst und wirst. Die Menschen in deinem neuen Zuhause werden erwarten, dass du freundlich, hilfsbereit, offen und sehr anpassungsfähig bist. Dass du es schätzen kannst, wenn eine Familie dir ihr Haus und Herz öffnet. Dass du eine andere Kultur verstehen und kennen lernen möchtest und einfach einmal vorbehaltlos alles mitmachst, was dir angeboten wird.
2. Fragen zur Gastfamilie
Bestimmt 25% unserer Gastfamilien nehmen mehrfach Austauschschüler auf. Ein Junge aus Köln war z. B. der 30. Austauschschüler seiner Gastfamilie. Sie hatten irgendwann, wahrscheinlich als die eigenen Kinder in deinem Alter waren, einen Austauschschüler aufgenommen und seitdem gehörte internationaler Familienzuwachs einfach dazu. Die Kinder wurden älter, zogen aus, und die Gasteltern wollten auf den Kontakt mit jungen Leuten nicht verzichten, hatten Zeit und Platz und nahmen dann immer gleich zwei Gastkinder aus zwei Ländern auf. Andere Familien kommen über die Webseite unserer Partnerorganisation oder den persönlichen Kontakt mit Nachbarn, Kollegen oder Freunden auf die Idee, einen Gastschüler aus dem Ausland aufzunehmen. Vielleicht hat sich ihr Sohn oder ihre Tochter im vergangenen Schuljahr auch gut mit einer Austauschschülerin aus Deutschland verstanden, so dass die Familie jetzt selbst Gastgeber werden möchte.
Egal wie der Kontakt zustande gekommen ist, alle potentiellen Gastfamilien werden vorab von dem lokalen Betreuer besucht, um einen persönlichen Eindruck von dem Zusammenleben zu bekommen und um zu sehen, ob die Familie ein weiteres Familienmitglied mit „durchfüttern“ kann. Es ist wirklich Gastfreundschaft, die sie motiviert. Familien müssen auch immer mindestens zwei Referenzen angeben, so dass wir überprüfen können, dass die Familie einen guten Ruf hat.
Eine Gastfamilie kann sich das Gastkind aussuchen, von dem sie meint, dass es gut in ihre Familie passt und dem sie ihr Haus und Herz öffnen möchte. Und du kannst mit dem guten Gefühl ausgewählt worden zu sein ins Ausland fahren. Eine Gastfamilie ist eben kein Hotel, bei dem man sich Strandlage, Balkon und Sonnenseite aussuchen kann. Deswegen kannst du nicht auf einen Wunschkatalog (gleichaltrige Gastschwester, großes Haus, Klavier, am Meer.....) bestehen. Sinn des Austauschprogramms ist der Aufbau einer intensiven zwischenmenschlichen Beziehung und deine Gastfamilie gibt dir diese Chance. Wenn du von Ayusa-Intrax die Gastfamilieninformation bekommst, solltest du mit Optimismus und Vorfreude hinfahren. Eine Familie, die von Ayusa-Intrax ausgewählt worden ist, kannst du nicht ablehnen, weil dir die Familienkonstellation, die Berufe, die Gegend etc. nicht passen. Das wäre auch verletzend und nicht fair für die Familie.
Manche Familien suchen ganz konkret nach möglichst viel Übereinstimmung, z. B. die gleichen Hobbys. Oder aber eine Familie möchte unbedingt einen Jungen oder ein Mädchen aus Deutschland aufnehmen, weil die eigenen Vorfahren aus Deutschland kamen. (Sei nicht überrascht, wenn du häufig auf Leute triffst, die dir ganz genau sagen können „Ich bin 1/2 Deutsch, 1/4 Italienisch, 1/8 Irisch, 1/8 Polnisch“.) Oder eine Familie ist komplett offen, sieht sich verschiedene Schülerprofile an und entscheidet sich für dich, weil deine Bewerbung besonders nett und interessant aussieht. Unserer Erfahrung nach ist es primär eine Frage der Sympathie. Der gute Wille und Offenheit auf beiden Seiten sind schon fast die Garantie für den Erfolg.
Viele Familien entscheiden sich Gastfamilie zu werden, weil sie selbst ein Kind in deinem Alter haben. Eine andere Familie hatte aber vielleicht vor 3 Jahren ein Kind in deinem Alter, das mittlerweile aufs College geht, und nun haben sie weiterhin Platz für und Lust auf junge Leute aus aller Welt. Du siehst, es ist wirklich unterschiedlich. Die meisten Austauschschüler hoffen so sehr auf gleichaltrige Gastgeschwister, weil sie Angst haben keine Freunde zu finden. Aber erstens ist eine Schwester oder ein Bruder nicht unbedingt gleichzeitig die beste Freundin oder der beste Freund (denk mal an die eigenen Geschwister oder an die deiner Freunde) und zweitens gehst du im Gastland auf eine Schule und triffst dort Gleichaltrige.
Es gibt einige Programme (z.B. die Schulwahl-Programme in Australien, Neuseeland, Kanada, Irland und das Privatschul-Programm in den USA), bei denen Teilnehmer die Schule und damit auch den Ort wählen können und andere, in denen die Wahl der Region möglich ist (z.B. in Spanien, Frankreich, Großbritannien). Bei den landesweiten Programmen sind keine Regionswünsche möglich. Aufgrund der Erfahrung mit unseren ehemaligen Teilnehmern haben wir gelernt, dass ein bestimmter Ort nicht wichtig ist für den Erfolg des Programms. Viel wichtiger ist, dass sich die Teilnehmer in der Familie und in dem Umfeld wohl fühlen. Mach dir einfach klar, dass du während deines Aufenthaltes hauptsächlich den ganzen Tag an der Schule verbringst und deine Freizeit mit Schulfreunden und Gastfamilie teilst. Es ist eben kein Tourismusprogramm.
Wenn du dich früh bewirbst, hast du bessere Chancen auf eine frühe Platzierung. Aber Vorsicht: In einem so menschenintensiven Programm kann immer noch alles mögliche geschehen. Z. B. kann ein Teilnehmer im Februar in Kontakt mit einer netten Gastfamilie treten. Im Mai erfährt er dann leider, dass der Gastvater überraschenderweise versetzt worden ist, die ganze Familie notgedrungen umzieht und jetzt keine Möglichkeit sieht sich auch noch um ein Gastkind zu kümmern. Dann muss Ayusa oder unsere Partnerorganisation im Mai eine neue Familie finden. So etwas passiert zwar selten, aber doch immer wieder einmal. Bewerber müssen aber auch damit rechnen, erst im Juli oder sogar erst im August die Gastfamilieninformationen zu erhalten. Die Gastfamiliensuche ist ein aufwendiger und zeitintensiver Prozess. Viele Familien sind recht spontan und wissen im Winter noch gar nicht genau, wie der folgende Herbst für sie beruflich aussehen wird. Wenn eine Familie fest zusagt, kann es immer noch sein, dass die Schule, in deren Bezirk die Familie wohnt, keinen freien Platz mehr hat. Dann muss eine neue Familie gesucht werden. Aber keine Angst! Jeder Teilnehmer bekommt auch eine Familie und aus der Erfahrung wissen wir, dass das Programm tatsächlich erst mit der Begrüßung am Flughafen beginnt. Der Erfolg des Programms und die gegenseitige Sympathie sind unabhängig davon, wie lange man vorher schon Informationen ausgetauscht hat.
Zunächst erhältst du von uns nur ein kurzes Informationsblatt über Familie, Wohnort und Schule. Die Gastfamilien füllen ein Familienprofil mit Brief und Fotos aus. Sobald wir dieses erhalten, leiten wir es an dich weiter. Meistens hast du mit deiner Gastfamilie bereits vorher Informationen und Fotos per E-mail ausgetauscht.
Das Wichtigste ist, dass Familien nett sind und bereit sind die Verantwortung für ein Gastkind zu übernehmen. Es gibt viele Arten von Familien: Eltern mit Kindern, wobei die Kinder auch jünger oder älter sein können, alleinerziehende Mütter und Väter, jüngere Ehepaare, die noch keine Kinder haben, ältere Ehepaare, deren Kinder schon nicht mehr zu Hause wohnen, aber die noch Platz und Zeit für und Lust auf junge Leute haben. Gastfamilien unterscheiden sich auch im Lebensstandard sehr. Schließlich werden die verschiedenen Berufe auch im Ausland sehr unterschiedlich bezahlt. Aber auch hier gilt wieder die Devise: Hauptsache, die Chemie stimmt. In den verschiedenen Gastländern gibt es natürlich viele unterschiedliche Ethnien und Religionen. Wir suchen sympathische Gastfamilien und eine dieser Familien entscheidet sich dann für dich.
Es ist ganz klar, dass man sich im Familienleben auch ab und zu missversteht, streitet oder enttäuscht ist. Das gehört beim Zusammenleben dazu und ist kein Grund für Panik und Kofferpacken. Manchmal hat jemand Angewohnheiten, die andere stören, oder es gibt Unstimmigkeiten. Wir raten Gastfamilien und Schülern, nicht so lange zu warten, bis sich Ärger entwickelt hat. Man sollte schlechte Gefühle sofort ansprechen und aktiv miteinander nach Kompromissen suchen. Im zweiten Schritt sollten Schüler und/oder Gastfamilie den Betreuer um ein Vermittlungsgespräch bitten. Außenstehende sehen manchmal Möglichkeiten und Lösungen, die die Beteiligten schon nicht mehr wahrnehmen können. Es geht im Schüleraustausch um den Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen, und das beinhaltet, dass man Krisen bewältigt und sehr anpassungsbereit ist. Der Gastfamilienwechsel ist eine Möglichkeit, allerdings erst als letzter Schritt.
3. Fragen zur Schule
Den richtigen Zeitpunkt bestimmst du. Er ist immer individuell und von deinen persönlichen Zielen, Leistungen und Wünschen abhängig. Und egal, welchen Zeitpunkt du wählst: Ein Auslandsjahr ist immer ein Gewinn! Als gute Zeitspanne galt bisher immer die 11. Klasse, also nach der zehnten und vor Beginn des Kurssystems. Die Schulzeitverkürzung von 13 auf 12 Jahre bringt jedoch Verunsicherung mit sich: Wann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Schulaufenthalt im Ausland und wird das Auslandsjahr anerkannt?
Noch gibt es unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern über die Anerkennung eines Auslandsaufenthaltes während der Schulzeit. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz (KMK) im Juni 2006 eine Vereinbarung zur gymnasialen Oberstufe getroffen, die sofort angewendet werden kann, spätestens jedoch für Schüler umgesetzt sein muss, die im jahr 2011 in die Qualifikationsphase eintreten. Der Beschluss sieht vor, dass unter bestimmten Bedingungen Auslandsschuljahre zukünftig in allen Bundesländern anerkannt werden können, auch während der letzten vier Schulhalbjahre. Damit soll die Mobilität von Jugendlichen in der ganzen Welt erhöht werden. Auch Schulleistungen, die im Ausland erbracht wurden, sollen in die Oberstufe eingebracht werden können.
Derzeit können Schulleistungen im Ausland anerkannt werden, wenn...
- man für kürzere Zeit als ein ganzes Schuljahr ins Ausland geht (z.B. Kurzprogramme von vier Wochen, Kurzaufenthalte von drei Monaten bzw. einem Term oder Schulhalbjahre)
- man schon nach der 9. Klasse ins Ausland geht und die 10. Klasse im Ausland verbringt
- man die 11. Klasse im Ausland verbringt und 13 Jahre bis zum Abitur hat
Sobald der Beschluss der Kultusministerkonferenz umgesetzt ist, wird es auch die Möglichkeit geben, sich ein Austauschjahr in der 11. Klasse bei 12 Jahren zum Abitur anerkennen zu lassen.
Da du von einem Auslandsaufenthalt immer profitieren und persönlich wachsen wirst, kannst du auf die Anerkennung der im Ausland erbrachten Schulleistungen auch verzichten und ein zusätzliches Schuljahr im Ausland einschieben. Gute Zeitpunkte hierfür sind:
- zwischen der 10. und der 11. Klasse, wenn man 12 Jahre bis zum Abitur hat
- zwischen der 11. und 12. Klasse, wenn man 13 Jahre bis zum Abitur hat
Auch die Aufenthaltsdauer im Ausland ist ganz von deinen persönlichen Vorstellungen abhängig: Wie lange willst du weg? Was erwartest du von deinem Aufenthalt? Wenn du gerne die Möglichkeit nutzen möchtest, in eine andere Kultur reinzuschnuppern, bieten sich Kurzaufenthalte an. Wenn du nicht zu viel Unterricht (Latein, Französisch) in Deutschland verpassen und auf jeden Fall nach dem Auslandsaufenthalt in deine alte Jahrgangsstufe zurück möchtest, bietet sich eine Programmdauer zwischen 3 Monaten / einem Term und einem halben Schuljahr an. Auch hier wirst du dich gut im Gastland integrieren, deine Sprachkenntnisse verbessern und intensive Freundschaften schließen. Ein ganzes Schuljahr ist für Integration und den Spracherwerb sicherlich noch besser und die meisten Rückkehrer wären gerne noch länger geblieben.
Wie du siehst, hast du viele unterschiedliche Möglichkeiten. Welche Variante für dich am besten ist, kannst nur du selbst entscheiden. Wir und unsere ehemaligen Ayusa Teilnehmer unterstützen dich jedoch gerne dabei.
Ayusa-Intrax kann diese Frage nicht für dich klären. Du solltest dich deswegen an deine Schule wenden. Manche Schulen verlangen einen bestimmten Notendurchschnitt im letzten Zeugnis, manche Schulen geben auch Auflagen für die Fächerwahl im jeweiligen Gastland. Vorsicht: Sollten Latein oder Französisch von deiner deutschen Schule verlangt werden, wird es schwierig. Die Fächer werden an vielen Schulen überhaupt nicht unterrichtet. Sprich einfach mit deiner Schule über die verschiedenen Möglichkeiten.
Dies hängt natürlich stark von deinen Kenntnissen vor dem Programm ab. Generell ist es in allen englischsprachigen Ländern so, dass die Eingewöhnungsphase überhaupt nicht lange dauert! Du bist viel, viel besser, als du denkst!! Die meisten unserer Teilnehmer sagen uns nach der Rückkehr, dass sie ca. 2 Monate gebraucht haben um im Unterricht gut mitzukommen. Und die Alltagsgespräche mit der Familie klappen nach ein paar Wochen sowieso sehr gut. Du solltest auch überhaupt keine Scheu haben loszureden und auch Fehler in Kauf zu nehmen. Erstens lernt man nur durch Übung und zweitens finden deine Freunde und deine Gastfamilie deine anfänglichen Fehler und den deutschen Akzent sehr süß. Sicher kann es in Ländern wie Japan, Spanien und Brasilien etwas länger dauern, bis du fließend bist.
An den meisten Schulen gibt es einen Beratungslehrer (Academic Advisor, Guidance Counselor), mit dem du am ersten Schultag deinen Stundenplan zusammenstellen wirst. Bring am besten deine letzten Zeugnisse aus Deutschland mit und schreib in den klassischen Lernfächern (vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften) ein paar Stichworte zu den Lerninhalten auf Englisch auf. Das hilft deinem Beratungslehrer dich richtig einzuordnen.
Du erhältst auf jeden Fall ein Teilnahmezertifikat, das dir die erfolgreiche Teilnahme an einem Austauschprogramm bescheinigt. Ein Schulzeugnis bekommst du nicht automatisch, sondern musst dich selbst darum bemühen. Gleich zu Anfang solltest du deinen Ansprechpartner an der Schule in deinem Gastland darüber informieren, dass du ein Zeugnis haben möchtest und ihn oder sie ca. 14 Tage bevor du zurück fliegst nochmals daran erinnern. Du wirst wahrscheinlich kein Abschlusszeugnis im deutschen Sinn erhalten. Meistens bekommst du eine Notenübersicht (Grade Report) oder eben ein ganz normales Zeugnis.




