Schüleraustausch USA: Unterschiede zwischen den USA und Deutschland

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Hannah hat mit ihren neuen Freunden an ihrer amerikanischen High School jede Menge Spaß. (c) Ayusa-Intrax

Unsere Austauschschülerin Hannah lebt seit 6 Monaten bei ihrer Gastfamilie in Amerika. Sie genießt ihren Schüleraustausch in den USA in vollen Zügen, denn Hannah hat schon viele neue Freunde gefunden und sehr viel erlebt. Was ihr in den letzten Wochen besonders aufgefallen ist, berichtet sie euch heute:

Hallo zusammen! Mein Name ist Hannah und ich lebe nun schon seit fünf Monaten bei meiner Gastfamilie in der Nähe von Winston Salem, North Carolina. In dieser Zeit habe ich natürlich auch schon Einiges vom Leben in dem “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” mitbekommen.
Dabei sind mir die einen oder anderen Unterschiede zu Deutschland aufgefallen, die ich nun gerne mit euch teilen möchte.

1. Feiertage und Feste

Ob Weihnachten, Thanksgiving oder Halloween, die Amerikaner lieben Feiertage und
dementsprechend werden sie auch noch mehr zelebriert als bei uns. Üblicherweise werden nicht nur Einkaufshäuser und Restaurants geschmückt, sondern auch die eigenen Häuser, sowohl von innen als auch von außen. Und das meistens schon einen Monat vor dem eigentlichen Fest, so dass man gefühlt das ganze Jahr über eine gewisse Feststimmung innehat. Gerade an Weihnachten war meine gesamte Kleinstadt mit Lichterketten und für meinen Geschmack auch mit ziemlich kitschiger Deko geschmückt, eben genau so, wie man das aus Filmen kennt.
Übrigens, viele Feiertage wie zum Beispiel der Labor Day (Tag der Arbeit) oder Memorial Day (Gedenktag) fallen auf einen Montag, sprich es gibt ein verlängertes Wochenende.

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Am Kamin dürfen die berühmten Socken an Weihnachten in den USA nicht fehlen. (c) Ayusa-Intrax

2. Der Umgang miteinander

Die Amerikaner legen Wert auf Höflichkeit und ein freundliches Miteinander. Mit einem “How are you?” interessieren die meisten Amerikaner sich zwar nicht wirklich für dein aktuelles Befinden, aber es gehört eben zum bekannten Smalltalk. Auch hört man hier viele Komplimente; “You look so pretty today” oder “I love your hair” bekommt man gerne mal gesagt, sei es von einem guten Freund oder eben auch mal der Supermarktkassiererin. Kosenamen wie “Honey” oder “Sweetie” sind auch an der Tagesordnung und werden selbst von Lehrern verwendet, was für mich am Anfang ziemlich verwirrend, hier aber total normal ist. Alles in allem ein Umgang, an den man sich vielleicht erst gewöhnen muss, doch ihn mit der Zeit ziemlich zu schätzen weiß,
da man sich dadurch gleich viel willkommener und wohler fühlt.

3. Kirche

Im Gegensatz zu Deutschland hat hier die Kirche und Religion einen viel größeren Stellenwert. Vor allem in den ländlichen Regionen sieht man viele kleine Kirchen, die aber eher wie Schulen aufgebaut sind. In meiner Kirche zum Beispiel gibt es neben verschiedenen Seminarräumen und einer Küche sogar eine Turnhalle inklusive Basketballkörbe und Volleyballnetz. Und auch das Jugendangebot ist mit verschiedenen Freizeiten am Wochenende oder in den Ferien bis hin zu kleineren Ausflügen unter der Woche, wie zum Beispiel in die Berge zum Wandern, vielfältiger
als bei uns. Der Gottesdienst ist meiner Meinung nach auch viel lockerer aufgebaut. Neben Livemusik zum Mitsingen sind die Predigten nicht nur religiösen Inhalts, sondern behandeln auch aktuelle Themen und das soziale Miteinander. Für mich ist Kirche zu einem echten Highlight am Sonntag geworden und ich weiß jetzt schon, dass ich es total vermissen werde.

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Hannah und ihre Gastfamilie beim Football – der bekannteste amerikanische Sport. (c) Ayusa-Intrax

4. High School

Von vielen Unterschieden, wie zum Beispiel die Benotung durch Buchstaben statt Zahlen oder das vielfältige Sportangebot nach der Schule, habt ihr bestimmt schon einmal gehört. Am coolsten finde ich persönlich die große Auswahl an Fächern. An meiner Schule zum Beispiel kann man doch tatsächlich Kurse wie Chor, Architektur oder Gartenbau wählen. Auch sind die Schulen hier viel modernisierter; man kann zum Beispiel seine Noten online einsehen und auch die meisten Hausaufgaben werden mithilfe des Google Classrooms bearbeitet und anschließend mit dem Lehrer geteilt.

5. Bequemlichkeit

Kein Klischee, die Amerikaner machen wirklich so gut wie alles mit dem Auto (öffentliche Verkehrsmittel sucht man hier übrigens vergeblich). Es gibt unglaublich viele “drive-through”, sprich man muss nicht aus dem Auto aussteigen, um Sachen zu erledigen. Die Meisten von euch werden das jetzt wahrscheinlich nur bei Fastfood-Restaurants kennen, aber das gibt es hier beispielsweise auch für die Post oder Apotheke. Bei Lebensmitteln gibt es auch so gut wie alles schon vorgeschnitten oder als Fertigmischung; Äpfel in Spalten und Pancake-Teig aus der Dose sind da nur Beispiele.

Ich hoffe, euch hat dieser kleine Einblick zu den Unterschieden zwischen Deutschland und den USA gefallen.

Eure Hannah

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