Der große Japan-Knigge: So meidest du Fettnäpfchen

von Gastautor
Verfasst am 23. August 2018
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In Japan gibt es viele unausgesprochene Regeln, auch rund um’s Essen. (c) Ayusa-Intrax

Sushi, Manga und Origami: Typisch Japanisch! Wer denkt, mit diesen Klassikern kenne er bereits die japanische Kultur, der irrt sich leider. Im Land der aufgehenden Sonne herrschen viele ungeschriebenen Gesetze, wenn es um das richtige Benehmen und Verhalten geht. Zeit für einen Japan-Knigge!

Bei deinem Schüleraustausch in Japan oder Praktikum lauern deshalb gerade am Anfang überall Fettnäpfchen, die sich aber leicht vermeiden lassen, wenn du die wichtigsten Umgangsformen kennst. In zwei Teilen lernst du auf unserem Blog wie du gekonnt beweist, dass du schon ein echter Kenner der Kultur bist!

Begrüßung auf Japanisch: Verbeugen statt Händeschütteln

Egal, ob es deine Gastfamilie, deine Mitschüler, deine Kollegen oder die Lehrer an deiner neuen Schule sind: Im Laufe deines Aufenthaltes in Japan wirst du viele neue Menschen kennenlernen. Doch Achtung: Anders als in Deutschland gibt man sich in Japan zur Begrüßung nicht die Hand, sondern man verbeugt sich voreinander.

Dabei gibt es eine goldene Regel: Der Rücken muss gestreckt und die Art der Verbeugung muss dem Gegenüber angemessen sein. Hier eine kleine Gedankenstütze für deinen Alltag in Japan: Jüngere verbeugen sich immer vor älteren Personen, Frauen verbeugen sich vor Männern und Schüler verbeugen sich vor ihren Lehrern.

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Japan-Knigge: Andere Kultur, andere Sitten. (c) Ayusa-Intrax

Hereinspaziert: Wie du eine Wohnung richtig betrittst

Bevor du in die Wohnung deiner japanischen Freunde trittst, wird von dir erwartet, dass du deine Schuhe im Eingangsbereich ausziehst und sie so abstellst, dass die Schuhspitze Richtung Wohnungstür zeigt. Stehen dort Hausschuhe bereit, solltest du diese auch anziehen.

Das Badezimmer bzw. die Toilette solltest du mit diesen Hausschuhen allerdings auf keinen Fall betreten. Vor diesen Räumen stehen andere Schuhe bereit, die nur dort getragen werden. Übrigens: Hausnummern werden in Japan chronologisch nach Baujahr vergeben. Das bedeutet: Das älteste Haus hat die niedrigste Hausnummer. Wenn du also eine bestimmte Adresse suchst, solltest du am besten Einheimische um Hilfe fragen.

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Japan-Knigge: Der Reis, die Stäbchen und leere Gläser

Das Nahrungsmittel schlechthin in Japan ist Reis und dieser wird natürlich mit Stäbchen gegessen. Achtung Fettnäpfchen: Die Stäbchen solltest du niemals senkrecht in den Reis stecken! Das erinnert die Japaner nämlich an das Räucherstäbchen, das sie für Verstorbene in Reis stecken und anzünden.

Außerdem gilt: Ein leeres Glas am Tisch füllt dir dein Tischnachbar. Sich selbst nachzuschenken, gilt als unhöflich und gierig. Das heißt im Umkehrschluss für dich: Sei aufmerksam und gieße den Leuten mit leerem Glas immer ihr Getränk nach.

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Hauptbestandteil vieler Speisen – Reis.

Geschenke: Von Herzen, aber bitte keine weißen Blumen

Wundere dich nicht, wenn deine Gastfamilie die Gastgeschenke nicht sofort vor dir öffnet. Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht freuen. Für sie ist es ein Zeichen der Höflichkeit. Denn ein Geschenk sofort auszupacken oder es zu schütteln oder abzutasten, deuten die Japaner als Habgier. Damit du auch mit Geschenken nicht ins Fettnäpfchen purzelst, solltest du diese Dinge auf keinen Fall verschenken:

  • weiße Blumen, diese gibt es in Japan nur zu Beerdigungen
  • Abbildungen mit Füchsen, sie stehen für Hinterhältigkeit
  • Scheren und anderen Schneidewerkzeuge, sie weisen auf Trennung hin
  • vier Gegenstände, die Zahl Vier ist gleichlautend mit dem Wort für „Tod“

Japanische Gefühlswelt: Bitte lächeln!

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Japan-Knigge: Lächeln ist in Japan Pflicht! (c) Ayusa-Intrax

Wenn du deinen Gefühlen gerne freien Lauf lässt, solltest du für deinen Auslandsaufenthalt in Japan eines unbedingt wissen: Japaner zeigen selten tiefe Gefühle. Vor allem Gefühle, die mit unangenehmen Situationen verbunden sind, offenbaren die Bewohner des zweitgrößten Inselstaats der Erde nur ihrer Familie, engsten Verwandten oder Freunden.

Außerdem solltest du dir bewusst sein, dass das japanische Lächeln nicht immer ein Zeichen von Fröhlichkeit ist. Denn um andere nicht in die Situation zu bringen, Mitleid empfinden zu müssen, kaschieren Japaner negative Gefühle gerne hinter einer freundlichen Maske des Lächelns. Auch wenn du dich einmal richtig ärgerst oder angespannt bist, solltest du dir diese „japanische Maske“ aufsetzen.

Offen ausgetragene Emotionen oder Kritik lehnen Japaner genauso ab wie ein direkt ausgesprochenes „Nein“. Viel lieber benutzen Japaner stattdessen eine freundliche und umschreibende Redewendung.

Japan-Knigge: Baden nur zum Entspannen

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Anders als bei uns sind Badewannen keine Orte der Körperhygiene, sondern ausschließlich Orte der Entspannung. Was in Deutschland möglicherweise kurios erscheint, ist in Japan Alltag: Vor dem Betreten der Wanne ist es erforderlich, dass sich jeder gründlich wäscht. Nur so bleibt das Wasser sauber und die ganze Familie kann baden. Achtung: Auch öffentliche Badehäuser sind in Japan keine Schwimmhallen, sondern Orte für körperliche Erholung.

Das stille Örtchen mit der „Geräuschprinzessin“

Im Gegensatz zum Rest der Wohnung gilt die Toilette in Japan als unreiner Bereich. Trotzdem oder gerade deswegen legen die Japaner auf dem stillen Örtchen sehr viel Wert auf höchsten Komfort. Die High-Tech, die man an diesem privaten Ort vorfindet, ist zugegebenermaßen etwas ungewöhnlich: Für maximalen Sitzkomfort sorgen beispielsweise beheizte Klobrillen, während Duftzerstäuber den Geruchssinn mit wohlriechenden Düften verwöhnen.

Ein oft gesehener Gast, an den du dich bei japanischen Toiletten gewöhnen solltest, ist die „Geräuschprinzessin“ (Otohime). Dabei handelt es sich um ein Gerät, das auf Knopfdruck verschiedene Geräusche erzeugt, damit andere Geräusche übertönt werden.

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