Frederike an ihrer amerikanischen High School

Share your Story: Frederikes erste Tage an der High School

Gastautor
von Gastautor
Verfasst am 28. August 2026

Der erste Tag an einer amerikanischen High School ist etwas ganz Besonderes und wird einem wahrscheinlich für immer in Erinnerung bleiben! Man ist voller verschiedener Emotionen und Gedanken – Aufregung, Vorfreude, Nervosität und vielleicht auch ein bisschen Angst. Man fragt sich: Wie wird meine Schule sein? Werde ich schnell Freunde finden? Wie sind die Lehrer? Und werde ich mich überhaupt zurechtfinden? 🫣

Aber keine Sorge: Genau diese Gefühle sind völlig normal! Und ich möchte euch mit meinen Erfahrungen ein bisschen die Sorgen nehmen und euch zeigen, dass der erste Tag vielleicht aufregender ist, als er am Ende tatsächlich sein muss. 🫶🏼

Vorbereitung auf die Highschool

Frederikes High School Foto
Frederikes High School Foto. (c) Ayusa-Intrax

Als ich mein Placement und die Informationen zu meiner Schule bekommen habe, habe ich mir natürlich erst einmal ganz viele Bilder von meiner High School angeschaut und meine Gastmutter mit Fragen gelöchert. Dabei habe ich herausgefunden, dass meine High School mit über 2.000 Schüler:innen ziemlich groß ist und ein riesiges Angebot an verschiedenen Fächern hat.

Gerade wenn man aus Deutschland kommt, ist das amerikanische Schulsystem am Anfang etwas ungewohnt. Während man in Deutschland normalerweise einen festen Klassenverband hat und viele Fächer gemeinsam mit denselben Mitschüler:innen besucht, ist das an amerikanischen Schulen anders. Hier stellt man sich seinen Stundenplan teilweise selbst zusammen und hat je nach Fächerwahl in jeder Stunde andere Mitschüler:innen. Dadurch lernt man automatisch viele verschiedene Menschen kennen.

Auch die Auswahl an Fächern hat mich total überrascht. Neben den klassischen Fächern wie Mathe, Englisch oder Geschichte gibt es an vielen amerikanischen High Schools auch sogenannte „Electives“. Das sind Wahlfächer, die man nach seinen eigenen Interessen auswählen kann – und davon gibt es oft unglaublich viele! Von Kunst, Musik und Sport über Keramik, Fotografie und Theater bis hin zu eher außergewöhnlichen Fächern wie Floral Design. 🌸

Für die Vorbereitung kann ich euch deshalb wirklich ans Herz legen, euch bei eurer Gastfamilie zu informieren, ob ihr eure Fächer schon vorab wählen könnt und ob es möglich ist, die High School bereits vor dem ersten Schultag zu besuchen.

Ich war zum Beispiel zwei Tage vor Schulbeginn gemeinsam mit meiner Gastmutter bei meinem School Counselor. Dort konnte ich meine Wunschfächer angeben und meinen Stundenplan zusammenstellen. Ich habe mich für Keramik, Tanzen, Floral Design und Spanisch entschieden. 🌸💃🏼

Nachdem mein Stundenplan erstellt und meine Student-ID ausgestellt wurde, durfte ich mich noch ein bisschen in der Schule umschauen. Das war super hilfreich, denn so konnte ich mich schon einmal orientieren und wusste am ersten Schultag zumindest ungefähr, wo ich hinmusste.

Einen Tag vor Schulbeginn habe ich außerdem meinen Rucksack gepackt und gemeinsam mit meiner Gastmutter bei Walmart alle wichtigen Schulutensilien besorgt. 🛍️ So langsam wurde mir bewusst: Morgen geht es wirklich los!

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Mein erster Schultag

Frederike vor einer beleuchteten Amerika-Flagge
Frederike in den USA. (c) Ayusa-Intrax

Und dann war es endlich so weit: Mein erster Schultag!

Am Morgen bin ich zu meiner Bushaltestelle gelaufen und wurde von dem typisch amerikanischen gelben Schulbus abgeholt. 🚌 Allein dieser Moment hat sich schon ein bisschen wie in einem Film angefühlt!

Als ich an der Schule angekommen bin, war ich unglaublich nervös. Überall waren so viele Schüler:innen, neue Gesichter und unzählige Räume. Ich habe mich auf den Weg zu meinem ersten Klassenraum gemacht und dabei schnell gemerkt: Es ist völlig okay, nicht sofort alles zu wissen.

Im Laufe des Tages habe ich deshalb immer wieder andere Schüler:innen angesprochen und gefragt, wo sich bestimmte Räume befinden. Und genau das hat mir unglaublich geholfen! Die meisten waren total hilfsbereit und freundlich. Durch diese kleinen Gespräche sind teilweise sogar schon erste Freundschaften entstanden.

Jedes Mal, wenn ich in einen neuen Klassenraum gekommen bin, habe ich mich kurz bei meinem Lehrer vorgestellt und erzählt, dass ich eine Austauschschülerin aus Deutschland bin. Die Lehrer waren total begeistert und interessiert und haben mich direkt herzlich willkommen geheißen. Viele haben mir Fragen gestellt, wollten wissen, wo genau ich in Deutschland lebe oder wie ich die amerikanische Schule bisher finde. Dadurch habe ich mich direkt viel wohler gefühlt. 🤍

Auch mit meinen Sitznachbar:innen habe ich direkt versucht, ins Gespräch zu kommen. Ich habe meistens einfach erwähnt, dass ich aus Deutschland komme – und schon war das Interesse geweckt. 😄 Viele wollten wissen, wie das Leben in Deutschland ist, wie unsere Schulen funktionieren oder was ich von Amerika halte.

So sind ganz schnell tolle und teilweise auch richtig lustige Gespräche entstanden. Und genau das hat mir gezeigt, dass man gar nicht unbedingt darauf warten sollte, dass andere den ersten Schritt machen. Manchmal reicht schon ein einfaches „Hi, I’m an exchange student from Germany!“ und schon entwickelt sich daraus ein Gespräch.

Was ist eigentlich anders am amerikanischen Schulsystem?

Frederike in ihrer High School
Frederike in ihrer amerikanischen High School. (c) Ayusa-Intrax

Schon direkt nach meinem ersten Schultag habe ich gemerkt, wie anders das Schulsystem in den USA im Vergleich zu Deutschland ist.

Besonders aufgefallen ist mir, dass sich der Schulalltag viel mehr nach einem festen Tagesplan richtet. Man wechselt für jede Unterrichtsstunde den Klassenraum und hat dadurch nicht den einen festen Klassenraum, in dem man den ganzen Tag bleibt. Gleichzeitig hat man immer wieder andere Mitschüler:innen um sich herum, je nachdem, welches Fach man gerade besucht.

Auch das Verhältnis zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen habe ich als sehr offen und persönlich wahrgenommen. Die Lehrer:innen waren nicht nur daran interessiert, dass ich im Unterricht mitkomme, sondern auch daran, mich als Person kennenzulernen. Gerade als Austauschschülerin war das für mich total schön, weil ich dadurch direkt das Gefühl bekommen habe, willkommen zu sein. 🫶🏼

Außerdem gibt es an amerikanischen High Schools neben den normalen Unterrichtsfächern viele Möglichkeiten, sich außerhalb des klassischen Unterrichts auszuprobieren. Sport, Clubs, kreative Fächer und andere Aktivitäten gehören für viele Schüler:innen ganz selbstverständlich zum Schulalltag dazu. Genau diese Mischung aus Unterricht, Freizeit und Schulaktivitäten macht das High School-Leben für mich so besonders.

Natürlich ist jede Schule ein bisschen anders und nicht alles läuft überall genau gleich ab. Aber gerade diese Unterschiede machen die Erfahrung als Austauschschüler:in so spannend. Man lernt nicht nur eine neue Sprache und ein neues Land kennen, sondern erlebt auch einen komplett anderen Schulalltag.

Also: Habt keine Angst davor, andere anzusprechen! Auch wenn es anfangs vielleicht Überwindung kostet, kann genau das der erste Schritt sein, um neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen.

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