Impressionen aus Mileys Auslandsjahr

Freundschaften im Auslandsjahr: Mileys Message an künftige Austauschschüler:innen

Gastautor
von Gastautor
Zuletzt aktualisiert am 6. August 2026

Liebe zukünftige Austauschschüler:innen,

ich bin Miley, ich habe mein Auslandsjahr 2025/26 in den USA, Indiana für 10 Monate gemacht. Ich habe so unglaublich viele schöne Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt, die ich gerne alle mit euch teilen würde, aber das würde leider den Rahmen sprengen. Am Anfang meines Auslandsjahres hatte ich auch nicht unbedingt viele Freund:innen, aber meine Gastfamilie war immer für mich da. Dadurch, dass ich keine Gastgeschwister hatte, die mit mir zur Schule gegangen sind, viel es mir schwerer, direkt Anschluss an der Schule und in der Gemeinde zu finden. Doch trotz alledem fand ich tolle Menschen, mit denen ich Zeit verbringen wollte und konnte. Wie ich das geschafft habe und wie es vielleicht für dich und euch noch einfacher werden könnte, möchte ich euch heute erzählen.

Meine Sorgen am Anfang

Miley mit ihrer Gastmutter und Gastcousine an Weihnachten.
Miley mit ihrer Gastmutter und Gastcousine an Weihnachten. (c) Ayusa-Intrax

Ich denke, zu Anfang habe ich mir viel zu viele Sorgen darüber gemacht, ob ich gemocht und akzeptiert werde. Aber jetzt im Nachhinein denke ich mir die ganze Zeit, da hätte ich mir absolut null Sorgen drum machen sollen. Wenn eine Person dich wirklich mag und Zeit mit dir verbringen möchte, wirst du es direkt merken. Außerdem ist mir auch mit der Zeit klar geworden, dass dich nicht jede Person mögen wird, mit der du interagierst. Und das ist in Ordnung. Wenn wir alle mal ganz ehrlich zu uns selbst sind, werden wir merken, dass man selbst auch nicht jeden Menschen mag, den man kennenlernt, oder?

Im Verlauf meines Auslandsjahres hat es auch wirklich lange gedauert, bis ich mich mit Freunden außerhalb der Schule getroffen habe. Einfach deshalb, weil niemand mich zuvor gefragt hatte, ob ich außerhalb der Schule etwas machen wollte. Bis ich das dann irgendwann selber in die Hand genommen habe und Freunde aus der Schule gefragt habe, ob sie mit mir zu einem Football Spiel nach der Schule gehen wollten. Sie haben erst zugestimmt und mich dann später, während des Spiels, alleine stehen lassen. ABER das hat dazu geführt, dass ein Mädchen aus einem meiner Kurse, mit der ich vorher schon einmal geredet habe, mich gesehen und eingeladen hat, mit ihr und ihren Freunden zu sitzen. Später hat sie mich sogar eingeladen, mit ihr und ihren Freund:innen zum Homecoming zu gehen. Diese Leute waren später dann auch meine Freundesgruppe über das ganze Jahr hinweg.

Was ich persönlich daraus gelernt habe: Auch wenn etwas mal nicht so funktioniert wie es funktionieren sollte: Neue Möglichkeiten werden sich immer eröffnen.

Sport und After School Activities an der High School

Ich habe außerhalb der Schule auch noch Golf, sowie später im Jahr auch noch Archery (Bogenschießen) und Theater gemacht. Golf war der erste Sport, den ich in den USA gemacht habe. Ich hatte vorher noch nie Golf gespielt (oder Archery und Theater, es war alles neu für mich) und das hieß, dass ich halt zu den Anfängern gehört habe. Das hat mich aber nicht gestört, denn so habe ich auch die Möglichkeit bekommen, weitere Menschen kennenzulernen, die genauso wenig Golf spielen konnten wie ich. Die meisten von meinen Freundinnen, die ich während Golf gefunden habe, blieben leider auch nur „Golf-Freundinnen“. Aber als ich mit Archery und Theater angefangen habe, hat sich das sehr geändert.

Miley mit ihrem Bogenschützen-Team (Archery) an der High School. (c) Ayusa-Intrax

Während Archery habe ich viele neue Menschen kennengelernt, da das Archery Team sehr groß war. Auch Archery hatte ich noch nie zuvor gemacht, aber man konnte sich mit denen, die auch kein Bogenschießen konnten, verbinden und die, die es schon konnten, waren sehr hilfsbereit und nett. Theater war im Vergleich zu allem, was ich zuvor gemacht habe, komplett anders, aber das Beste was mir wahrscheinlich während meines Auslandsjahres passiert ist. Theater hat mich mit so viel Lebensfreude und Energie erfüllt. Die Show, die wir vorgeführt haben, war das Musical zu dem Film „Legally Blonde“, zu Deutsch „Natürlich Blond“.

Mit jedem Menschen, den ich kennengelernt habe, bin ich bis heute auch immer noch über Social Media verbunden und in Kontakt. Diese Menschen haben dich als Menschen einfach akzeptiert und man hat sich immer wohlgefühlt. Meine beste Freundin und ich hatten beide das Glück, eine Rolle in Legally Blonde zu bekommen, und wir hatten die beste Zeit miteinander. Während der Pausen sind wir immer mit ihrem Auto zu Starbucks gefahren und haben danach auf dem Parkplatz unsere Serie über ihr iPad geschaut. Das ist für mich eine „Core-Memory“, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Mein Tipp an euch

Miley mit Freundinnen bei einem Kartenspiel
Miley mit ihren Freundinnen bei einer „Galentine’s Party“ am Valentinstag. (c) Ayusa-Intrax

Meine beste Freundin und ich haben uns aber tatsächlich nicht beim Theater kennengelernt. Wir kannten uns schon Monate vorher, weil wir in der gleichen Anatomy Class waren und am meinem ersten Schultag hatte ich mich (unwissentlich, dass wir später beste Freunde werden würden) neben sie gesetzt. Ich kannte sie nicht, aber ich dachte, wenn ich mich einfach irgendwo zusetze, finde ich bestimmt Freund:innen. Jetzt im Nachhinein sehe ich, dass es ja irgendwie funktioniert hat, also würde ich es immer wieder machen.

Mein Rat an dich und euch, um Freunde und Verbindungen zu machen, ist also definitiv: Seid offen, geht auf Leute zu und habt keine Angst ihr selbst zu sein. So kommen meistens die besten Menschen auf euch zu.

Und am Allerwichtigsten finde ich: Stresst euch nicht, gute Freund:innen zu finden. Wenn ihr sie unbedingt finden wollt, endet ihr wahrscheinlich wie ich: alleine bei dem krassesten Football Spiel eurer Schule und müsst hoffen und beten, dass euch jemand ansprechen wird. Damit ihr diesen Stress nicht habt, seid einfach entspannt und macht euch klar, dass alles zur richtigen Zeit kommen wird und dass alles, was sein soll, auch kommen wird (und wenn es nicht kommt, soll es nicht sein).

Genießt das Jahr mit Menschen, die ihr durch die Schule oder vielleicht auch in eurer Gemeinde kennenlernen werdet. Oder mit eurer Gastfamilie. Aber stresst euch nicht, zu viel oder zu wenig zu sein für die Menschen in der Schule, die euch vielleicht nicht mögen oder die nicht auf euch zugehen. Ihr seid niemals zu viel oder zu wenig für die richtige Person und alles wird zur richtigen Zeit kommen.

Ich hoffe, ich konnte euch helfen und ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Auslandsjahr!

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