Knigge gegen Fettnäpfchen: Schüleraustausch Japan – Teil 1

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Japan Austauschschülerin Sophie mit ihren Gasteltern im Tee-Feld

In Japan gibt es viele unausgesprochene Regeln, auch rund um’s Essen. (c) Ayusa-Intrax

Sushi, Manga und Origami: Typisch Japanisch! Wer denkt, mit diesen Klassikern kenne er bereits die japanische Kultur, der irrt sich leider. Im Land der aufgehenden Sonne herrschen viele ungeschriebene Gesetze, wenn es um das richtige Benehmen und Verhalten geht. Bei deinem Schüleraustausch in Japan lauern deshalb gerade am Anfang überall Fettnäpfchen, die sich aber leicht vermeiden lassen, wenn du die wichtigsten Umgangsformen kennst. In zwei Teilen lernst du auf unserem Blog, wie du gekonnt beweist, dass du schon ein echter Kenner der Kultur bist.

Begrüßung auf Japanisch: Verbeugen statt Händeschütteln

Egal, ob es deine Gastfamilie ist, deine Mitschüler oder die Lehrer an deiner neuen Schule: im Laufe deines Schüleraustauschs in Japan wirst du viele neue Menschen kennenlernen. Doch Achtung: Anders als in Deutschland gibt man sich in Japan zur Begrüßung nicht die Hand, sondern man verbeugt sich voreinander. Dabei gibt es eine goldene Regel: Der Rücken muss gestreckt und die Art der Verbeugung muss dem Gegenüber angemessen sein. Hier eine kleine Gedankenstütze für deinen Alltag in Japan: jüngere verbeugen sich immer vor älteren Personen, Frauen verbeugen sich vor Männern und Schüler verbeugen sich vor ihren Lehrern.

Hereinspaziert: Wie du eine Wohnung richtig betrittst

Bevor du in die Wohnung deiner japanischen Freunde trittst, wird von dir erwartet, dass du deine Schuhe im Eingangsbereich ausziehst und sie so abstellst, dass die Schuhspitze Richtung Wohnungstür zeigt. Stehen dort Hausschuhe bereit, solltest du diese auch anziehen. Das Badezimmer bzw. die Toilette solltest du mit diesen Hausschuhen allerdings auf keinen Fall betreten. Vor diesen Räumen stehen andere Schuhe bereit, die nur dort getragen werden. Übrigens: Hausnummern werden in Japan chronologisch nach Baujahr vergeben. Das bedeutet: Das älteste Haus hat die niedrigste Hausnummer. Wenn du also eine bestimmte Adresse suchst, solltest du am besten Einheimische um Hilfe fragen.

Verschiedene Sushi-Sorten nebeneinander angerichtet

Wichtig auch für deinen Austausch: Iss Sushi immer in einem Bissen und ertränke es nicht in Sojasoße. (c) DesignNPrint auf pixabay

Mahlzeit! Der Reis, die Stäbchen und leere Gläser

Das Nahrungsmittel schlechthin in Japan ist Reis und dieser wird natürlich mit Stäbchen gegessen. Achtung Fettnäpfchen: Die Stäbchen solltest du niemals senkrecht in den Reis stecken. Das erinnert die Japaner nämlich an das Räucherstäbchen, dass sie für Verstorbene in Reis stecken und anzünden. Außerdem gilt: Ein leeres Glas am Tisch füllt dir dein Tischnachbar. Sich selbst nachzuschenken gilt als unhöflich und gierig. Das heißt im Umkehrschluss für dich: Sei aufmerksam und gieße den Leuten mit leerem Glas immer ihr Getränk nach.

Schüleraustausch Japan Geschenke: Von Herzen, aber bitte keine weißen Blumen

Wundere dich nicht, wenn deine Gastfamilie die Gastgeschenke nicht sofort vor dir öffnet. Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht freuen. Für sie ist es ein Zeichen der Höflichkeit. Denn ein Geschenk sofort auszupacken oder es zu schütteln oder abzutasten, deuten die Japaner als Habgier. Damit du auch mit Geschenken nicht ins Fettnäpfchen purzelst, solltest du diese Dinge auf keinen Fall verschenken:

• weiße Blumen, diese gibt es in Japan nur zu Beerdigungen
• Abbildungen mit Füchsen, sie stehen für Hinterhältigkeit
• Scheren und anderen Schneidewerkzeuge, sie weisen auf Trennung hin
• vier Gegenstände, die Zahl Vier ist gleichlautend mit dem Wort für „Tod“

Im zweiten Teil unseres Austauschknigges lernst du was Putzen in Uniform mit dem Schulalltag zu tun hat und was in Japan das Besondere am Baden ist. Bis dahin teste in unserem Japan-Quiz doch mal, wie gut du Japan sonst schon kennst.