Business-Knigge Japan II: Nickerchen erlaubt

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Praktikum Japan Business-Knigge

Letzte Woche hast du in unserem Business-Knigge Teil 1 zum Praktikum in Japan bereits erfahren, wie man sich mit Kollegen und Geschäftspartnern standesgemäß begrüßt. Heute geht es mit unseren Tipps weiter:

Business-Knigge Tipp 5: Das Business Dinner

Auch wenn du mit Bankiers, Geschäftsführern oder Politikern unterwegs bist, hab keine Hemmungen – schlürfen ist erlaubt! Vor allem dann, wenn man eine leckere japanische Nudelsuppe probiert. Oft gilt dies sogar als Zeichen, dass das Essen schmeckt. Wer nicht gut mit Stäbchen umgehen kann, sollte sich gerade bei einem Geschäftsessen nicht unnötig damit quälen und besser nach Besteck fragen. Vor dem Essen werden die Hände mit dem angebotenen Tuch gereinigt. Egal, ob es schmeckt oder nicht: Probiere alles, was auf dem Tisch steht und lobe das gute Essen. Dies gehört in Japan zum guten Ton.
Ist dein Glas einmal leer, dann schenke dir nicht selbst ein. Laut Business-Knigge ist bei Tisch jeder für seinen Sitznachbarn verantwortlich. Biete ihm an, sein Glas zu füllen und er wird es dir gleich tun. Beim Einschenken wird das Glas immer mit zwei Händen gehalten.

Business-Knigge Tipp 6: Verhandlungen und Gespräche

Egal ob Finanz- oder Werbebranche: Japaner haben eine ganz andere Herangehensweise an Business-Meetings als deutsche Unternehmer. Wir Deutschen treffen uns, um schnell eine Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden und eine Entscheidung zu erhalten. Japaner hingegen möchten ihre Geschäftspartner kennen lernen und eine Beziehung aufbauen. Small-Talk steht daher bei jedem Meeting ganz oben auf der Tagesordnung. Darfst du an einem Geschäftsmeeting mit Kunden teilnehmen, verhalte dich zurückhaltend. Wundere dich nicht, wenn das Meeting zu keinem klaren Ergebnis kommt, denn in Japan werden Meetings nicht zur Entscheidungsfindung abgehalten. Ein „Ja“ bedeutet noch keine Zustimmung, sondern lediglich, dass dein Gegenüber das Gehörte verstanden und aufgenommen hat. Auch wenn es dir schwer fallen mag: Falle deinen Kollegen nicht ins Wort. Fällt dir ein Fehler im Vortrag auf, so kläre dies nach dem Meeting mit deinem Kollegen. Ihn währenddessen darauf hinzuweisen, würde ihn vor allen Teilnehmern bloßstellen.

Business-Knigge Tipp 7: Geschenke

Gastgeschenke sind in Japan Teil einer guten Geschäftsbeziehung. Daher wirst du während deines Praktikums wahrscheinlich auch einmal in die Lage kommen, ein nettes Geschenk für einen Kunden aussuchen zu müssen. Doch keine Sorge, die Auswahl ist nicht so schwer wie es scheint, denn es kommt mehr auf die Verpackung als auf den Inhalt an. Beliebt sind z. B. Kekse, Pralinen oder Alkohol einer bekannten und hochwertigen Marke. Lasse das Geschenk am besten im Laden aufwendig einpacken. Aber Vorsicht, das Geschenk sollte nicht aus vier Teilen bestehen, denn die Vier ist in Japan eine Unglückszahl.

Auch ist es üblich, bei Praktikumsbeginn oder nach dem Urlaub eine Kleinigkeit für die Kollegen mitzubringen, z. B. hübsch verpackte kleine Köstlichkeiten aus dem Urlaubs- bzw. Herkunftsland. Wird dir selbst ein Geschenk angeboten, gib dich bescheiden, bedanke dich und packe es erst aus, wenn du wieder alleine bist. Alles andere wirkt unbeherrscht und gierig.

Business-Knigge Tipp 8: Schlafen am Arbeitsplatz

„Inemuri“ heißt das kurze Nickerchen am Arbeitsplatz auf Japanisch. In Deutschland wäre Power-Napping am Arbeitsplatz undenkbar, in Japan gehört es zum Alltag. Ja, sogar im Meeting darf geschlafen werden – vorausgesetzt, man hat nichts Wichtiges zu sagen. Als Praktikant kann man sich das wohl nicht immer erlauben, denn generell gilt: Wer viel gearbeitet hat und dies auch deutlich gemacht hat, darf auch ein kurzes Nickerchen machen und neue Kraft tanken.

Du bist neugierig geworden und möchtest eine ganz neue Kultur und Arbeitswelt kennenlernen? Dann bewirb dich für ein Praktikum in Japan und entdecke das Land der aufgehenden Sonne mit Ayusa-Intrax! Oder hast du bereits ein Praktikum in Japan absolviert? Teile deine Erfahrungen mit uns und hinterlasse uns einen Kommentar – gerne auch einen Reisebericht! Wir freuen uns auf deine Geschichte!