Weihnachtliche Stimmung im Januar – Von Hexen, Plündern und den Bohnen

0 Flares Filament.io 0 Flares ×
Weihnachten in aller Welt

Weihnachtsmann mal anders: In Italien bringt die Hexe Befana die Geschenke (c) Eleonora Gianinetto

Die Konfettireste sind beseitigt und der Weihnachtsbaum wird abgeschmückt: Für uns in Deutschland ist das Weihnachtsfest so gut wie vorbei. Auch wenn der 06. Januar in vielen Bundesländern noch als Feiertag gilt, kommt für die meisten von uns wahrscheinlich keine weihnachtliche Stimmung mehr auf.

Ganz anders sieht es jedoch in unseren Schüleraustauschländern aus. Wer seinen Schüleraustausch z.B. in Schweden, Spanien oder Italien verbringt, für den bricht vielleicht erst jetzt der wichtigste Teil von Weihnachten an. Doch wie genau kann so sein spätes Weihnachtsfest aussehen?

Hexenbesuch in Italien

Wer wünscht sich zu Weihnachten schon Besuch von einer Hexe? Auf jeden Fall die italienischen Kinder. Denn dort bringt diese die Geschenke! Laut eines italienischen Volksglaubens begab sich einst eine hässliche Hexe – die Befana – in der Nacht vom 05. auf den 06. Januar auf die Reise, um das neugeborene Jesuskind zu beschenken. Da der Weihnachtsstern jedoch bereits erloschen war, erreichte sie nie ihr ursprüngliches Ziel. In der Hoffnung das Jesuskind zu finden, flog sie stattdessen von Haus zu Haus und machte den Kindern dort Geschenke. Seitdem werden die Strümpfe aller braven Kinder mit Überraschungen gefüllt. Die unartigen bekommen zur Strafe „carbone dolce“ – eine Süßigkeit, die wie ein Stück Kohle aussieht.

Schwedische Plünderung und fliegende Bäume

Süßigkeiten der ganz anderen Art gibt es in Schweden am St.-Knut-Tag, dem 13. Januar. Beim jährlichen „julgransplundring“ dürfen die Kinder die übrig gebliebenen Süßigkeiten vom geschmückten Weihnachtsbaum plündern. Das Ende des Weihnachtsfestes wird mit dem Knut-Fest, der anschließenden Entsorgung des Weihnachtsbaumes besiegelt. Angeblich geht diese Tradition auf den ehemaligen König von Dänemark, Knut IV. dem Heiligen zurück, der die Anordnung gegeben haben soll, das Weihnachtsfest auf 20 Tage zu verlängern. Nimm dich in Schweden oder vor schwedischen Möbelhäusern an diesem Tag also besonders in Acht!

Geschenke vom König

In den guten Vorsätzen für das kommende Jahr versunken, beschäftigen wir uns nur noch nebenbei mit dem vergangenen Weihnachten. Ganz im Gegensatz zu den Spaniern. Dort ist erst heute, mit dem Tag der heiligen Drei Könige, der Höhepunkt des Weihnachtsfestes erreicht. Mit einer großen Parade gedenken die Spanier dem Eintreffen von Caspar, Melchior und Balthasar zur Geburt des Jesuskindes mit ihren Huldigungen wie Gold, Weihrauch und Myrrhe. Für die Kinder bedeutet dieser Tag, dass die Reyes (Könige) aus dem Morgenland kommen und ihnen die Geschenke bringen. Abgeschlossen wird das Fest hier nicht mit Kartoffelsalat und Co., sondern mit dem traditionellen Dreikönigskuchen. Darin versteckt sind jeweils ein Porzellanfigürchen und eine Bohne. Laut Tradition muss der Bohnen-Finder etwas ausgeben, wobei derjenige, der das Glück hat, die kleine Porzellanfigur zu finden, von allen zum „König“ gekrönt wird.

Hast auch du dein Weihnachtsfest anders verbracht als du es gewöhnt bist? Lass uns teilhaben und erzähl davon!