Business-Knigge Japan I: Sockencheck am Morgen

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Praktikum Japan Business-Knigge

Visitenkarten kann man bei einem Business Praktikum in Japan so einige sammeln … (c) Thinkstock

In Strümpfen zum Business-Dinner, schlafende Kollegen im Meeting und ein „Ja“ bedeutet noch lange keine Zustimmung – im japanischen Arbeitsalltag gibt es viele Dinge, die wir uns im deutschen Geschäftsleben einfach nicht vorstellen können. In unserem zweiteiligen Business-Knigge erfährst du, wie du dein Praktikum in Japan erfolgreich absolvierst, ohne ins Fettnäpfchen zu treten.

Business-Knigge Tipp 1: Kleidung

Die Japaner legen viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres. In der Regel erscheint „Mann“ in Anzug und Krawatte zur Arbeit, Frauen tragen einen Hosenanzug oder ein Kostüm. Besonders wichtig ist dies vor allem in den Branchen Finance, Business, Sales oder Public Policy. Wenn du nicht genau weißt, welcher Dresscode in deinem Praktikumsunternehmen angemessen ist, frage einfach nach. Deine alten Lieblingsstrümpfe mit Superman-Motiv solltest du für geschäftliche Anlässe jedoch besser zuhause lassen. In vielen Restaurants und Hotels und auch in den Privatwohnungen müssen die Schuhe vor der Tür bleiben – achte also auf ordentliche Socken ohne Löcher.

Business-Knigge Tipp 2: Pünktlichkeit

Wir Deutsche gelten ja gemeinhin als immer pünktlich. In Japan ist pünktlich jedoch schon fast zu spät. Bei geschäftlichen Terminen in deinem Praktikumsunternehmen wird erwartet, dass du fünf bis zehn Minuten früher erscheinst. Bist du dennoch einmal etwas zu spät dran, solltest du dich telefonisch melden und Bescheid sagen – selbst bei nur fünf Minuten Verspätung. Halte dich und deine Kollegen nicht mit ausschweifenden Erklärungen auf. Eine kurze aber ehrlich gemeinte Entschuldigung genügt.

Business-Knigge Tipp 3: Die Begrüßung

Japaner verbeugen sich traditionell zur Begrüßung. Dabei hält man den Rücken gerade und knickt an der Taille um ca. 45 Grad nach vorne. Bei Ausländern sind Japaner jedoch weniger kritisch: Oft reicht eine deutliche Kopfbewegung als Andeutung einer Verbeugung. In den letzten Jahren wurde auch eine Kombination aus Händeschütteln und Verbeugung immer beliebter, um den ausländischen Gästen entgegen zu kommen. Doch das „Schütteln“ ist nicht wörtlich gemeint. Erwartet wird ein kurzer, sanfter Händedruck.
Gerade als Praktikant sollte man sich Mitarbeitern aus anderen Unternehmen oder Kunden nicht selbst vorstellen, sondern warten, bis man vorgestellt wird. Der ranghöchste Mitarbeiter kommt dabei immer zuerst.

Business-Knigge Tipp 4: Austausch von Visitenkarten

Visitenkarten haben einen hohen Stellenwert in Japan. Sie werden bei der Begrüßung neuer Geschäftspartner ausgetauscht. Solltest du während deines Praktikums eine eigene Visitenkarte bekommen, gibt es einige Regeln zu beachten. Die Visitenkarte wird mit beiden Händen gefasst und betrachtet, meist folgt eine kleine Verbeugung. Wer den Namen der Person laut vorliest und sich Zeit nimmt, die Karte interessiert durchzulesen, zeigt seinem Gegenüber Respekt. Eine Visitenkarte wird niemals mit Notizen versehen oder einfach so in die Tasche gesteckt, sondern offen auf den Tisch gelegt und nach Ende der Besprechung sicher verwahrt.

Wie du erfolgreich ein  japanisches Business Dinner oder ein Meeting übersteht, erfährst du im zweiten Teil unseres Business-Knigge Japan. Sei gespannt …