Gastbloggerin Sarah: Meine 13 Monate in den USA – Teil 3

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Au pair USA

Sarahs zweite Heimat in Übersee: Washington D.C. (c) Ayusa-Intrax

Sarah ist seit fast elf Monaten Au pair in den USA und lebt in der Nähe von Washington D.C. In ihrem Blog berichtet sie von ihrem spannenden Jahr in den Vereinigten Staaten. In ihrem dreiteiligen Gastbeitrag auf unserem Blog wirft sie einen eindrucksvollen Blick auf die letzten unvergesslichen Monate als Au pair. Im letzten Teil geht es um amerikanische Feiertage, ihre vielen Reisen und darum, die Angst vor Ungewohntem einmal mehr hinter sich zu lassen. Wo genau, verrät sie dir in ihrem dritten Gastbeitrag.

Weihnachten einmal anders: Santa Claus kommt in die Wüste

Über die Weihnachtsferien sind wir als Familie nach New Mexico geflogen, um den anderen Teil der Familie zu besuchen. Die Familien hier in Amerika sind nämlich nicht selten über das ganze Land verteilt. Da merkt man erst mal, wie weit hier alles voneinander weg ist. Das wäre, als würde der Rest meiner Verwandtschaft quer über Europa bis hin nach Asien verbreitet leben. Unvorstellbar irgendwie. Die Verwandten haben mich sofort unglaublich herzlich aufgenommen und mich wie einen Teil ihrer Familie behandelt. Das tat echt gut, vor allem um die Weihnachtszeit herum, in der man seine Familie in Deutschland vielleicht noch etwas mehr vermisst. Santa Claus hat mich dann auch in den fernen Wüsten New Mexicos aufgespürt und meine Socke fand ich prall gefüllt am Morgen des 25. Dezembers auf dem Sofa liegend vor.

Feiertage waren hier sowieso immer total interessant. An Thanksgiving durfte ich meinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Truthahn stopfen (der übrigens unglaublich köstlich geschmeckt hat), an Halloween mit meinem Baby um die Häuser ziehen und die mit Totenköpfen und Spinnennetzen verzierten Straßen bestaunen. An Ostern hat mein Gastpapa dann eine Schnur kreuz und quer durch das ganze Haus bis in den Garten gespannt, der ich dann folgen und auf meiner Reise zum Ziel kleine
Schokoladeneier einsammelnd meinen Osterkorb finden musste.

Collage_Sarah Reichenstein

Nicht nur Städte und tolle Strände, auch kleine freche Schönheiten der Natur hat Sarah in den letzten Monaten kennengelernt. (c) Ayusa-Intrax

An meinem Geburtstag war ich dann in Florida im Urlaub und als ich nach Hause kam, hatten meine Gasteltern eine Geburtstagsüberraschungsparty für mich organisiert. Die erste Überraschungsparty, die wirklich total unerwartet war. Mittelpunkt davon ein typisch
amerikanischer Kuchen, mit grellbunter Schrift und Schichten über Schichten von Zuckerguss (zum Grauen meiner Gastmama). Dass er himmlisch lecker war, muss ich ja wohl kaum erwähnen.

Reisen als Au pair: Vom Wandern in Flip Flops und Schlafen auf fremden Sofas

Nach Florida ging es für mich in einer meiner zwei Urlaubswochen. Die andere Woche
verbrachte ich in Savannah, Charleston und Boston, quasi ein Roadtrip an der Ostküste entlang. Das Reisen hat in meinem Jahr auch einen echt großen Teil auf der Motivationsliste eingenommen. Es war sozusagen das Unterbrechen des Alltags, das das ganze Amerikaabenteuer erst richtig zum Abenteuer werden ließ. Vom gecancelten Flug in New Orleans, Delfinschwimmen in Orlando, Deep dish Pizza essen
in Chicago, Schneesturm in New York, Verfolgungsjagd in Charleston, bis hin zum spontanen Wandern in FlipFlops und Strandkleid in den Gebirgen der Blue Ridge Mountains, Schlafen auf fremden Sofas und Verlorengehen in Washington D.C., Wochenendtrips, auf die man sich wochenlang freut oder einfach mal spontan vier Stunden zum Strand fahren.

Neues Land, neue Kultur, neue Sprache, neue Erfahrungen. Ich kann es kaum erwarten!

Es war wunderschön und die ganzen Eindrücke und Erinnerungen, ob gut oder schlecht, werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Wenn man die Chance bekommt, für einige Zeit ins Ausland zu gehen, sollte man es sich zwar gut überlegen, aber die Angst vor Neuem und Ungewohntem, vor Unsicherheit und Unbekanntem eine nicht allzu große Rolle spielen lassen. Ich bin unglaublich froh, es gewagt zu haben und werde sogar ein weiteres Jahr als Au pair unterwegs sein, diesmal in Spanien.

Sarah Reichenstein