Schüleraustausch Japan: Das Sternenfest Tanabata – wünsch dir was!

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Schüleraustausch Japan: Das Sternenfest

Japan lights at night (c) iStock

Japan ist ein Land vieler spannender Gegensätze. Unsere Japan-Expertin Luise hat unter anderem bei ihrem Schüleraustausch in Japan viele faszinierende Erfahrungen gemacht und erzählt uns ein wenig über das Land der aufgehenden Sonne, diesmal über das Sternenfest Tanabata.

Geht man Anfang Juli und August durch Japans Straßen, fallen einem sicherlich die vielen Dekorationen auf: Bunte Papierschnipsel sind an Bambusästen fest gemacht und Lampions verschönern die Einkaufsstraßen. Während für die Japaner nun offiziell der Sommer eingeläutet wird und die Ferien nahen, heißt es für die meisten Austauschschüler Abschied nehmen. Und so passt die Legende des Tanabata genau in diese Zeit:

Orihime, die Tochter des Himmelsgottes, webte tagein tagaus schöne Kleider für ihren Vater. Aber dadurch fehlte ihr die Zeit einen Mann kennen zu lernen. Ihr Vater machte sie aus Mitleid mit dem Rinderhirten Hikoboshi bekannt. Doch die beiden Liebenden vernachlässigten nun ihre Arbeit und der erzürnte Himmelsgott trennte sie, indem er Hikoboshi auf die andere Seite des Himmelsflusses verbannte. Nur einmal im Jahr – am 7. Tag des 7. Monats – dürfen sich beide sehen. Ein Schwarm Elstern bildet mit seinen Flügeln eine Brücke über den Fluss , doch wenn es regnet, ist der Fluss zu breit und die beiden müssen ein weiteres Jahr warten, bis sie sich wiedersehen können.

Doch die Geschichte ist nicht einfach so aus dem Himmel gegriffen, oder doch?! Grundlage ist eine Sternenkonstellation, bei der die Sterne Altair und Wega durch die Milchstraße getrennt sind. Im Sommer schafft der Stern Deneb jedoch durch seine Helligkeit eine Brücke und verbindet die beiden. Kein Wunder also, dass Tanabata allgemein als Sternenfest bezeichnet wird.

Es ist ein buntes, fröhliches Fest und wird oft von Feuerwerken und Straßenumzügen begleitet. Je nachdem ob eine Region oder Stadt die moderne Zeitrechnung zugrunde legt oder den alten Mondkalender, wird Tanabata entweder am 7.Juli (z.B. in Hiratsuka) oder am 7.August (z.B. in Sendai) gefeiert. Das variiert in ganz Japan und jede Region hat ihre eigene Version der Legende und andere Bräuche. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Man schreibt seine Wünsche auf bunte Papierstreifen und hängt diese an Bambuszweige.
Startest du bald in dein Japan-Abenteuer, deinen Schüleraustausch zum Beispiel? Dann schreibe doch deine Wünsche auf einen solchen Streifen und hänge ihn an einen Zweig! Vielleicht geht er in Erfüllung!